GOTTFRIED HELNWEIN - PRESS
Selected articles about Gottfried Helnwein in Newspapers and periodicals.

Eine Auswahl von Artikeln über Gottfried Helnwein in Tageszeitungen und Zeitschriften.

Gottfried Helnwein, "Epiphany I" at the Kilkenny Arts Festival 2001
Gottfried Helnwein, "Epiphany I (Adoration of the Magi)", 2001
Digital print on vinyl, 7x12m
Installation at Kilkenny Arts Festival, 2001

 

 


Tiroler Tageszeitung, 10. November 2003
Kultur
HELNWEIN-AUSSTELLUNG IN LOS ANGELES GEDENKT HOLOCAUST-OPFER

Los Angeles Times, 9 October 2003
Weekend
EVENT REPRESENTS CENTURIES OF ART
Gottfried Helnwein at the L.A.Art show 2003
Duane Noriyuki

Der Spiegel, 05. May 2003
ICH BIN AMERIKAS ALPTRAUM
Interview mit Marilyn Manson
Christoph Dallach, Jörg Böckem

Hard N'Heavy, Paris, 01. May 2003
GOTTFRIED HELNWEIN, REVOLUTION… AKTION!

Interview with Gottfried Helnwein

Frankfurter Allgemeine, 12. April 2003
KUNST, STRIP UND EIN HAUCH VON VARIETÉ

CyberZone, Italy, 01. April 2003
L'INFANZIA A PEZZI
Shattered childhood, Gottfried Helnwein
periodico visionario da palermo
Massimiliano Geraci

Flaunt Magazine, Los Angeles, 19. March 2003
CULTURE TO THE SAVAGE
Gottfried Helnwein
Dallas Clayton
photographed by Alex Prager

Art in America, New York, 01. February 2003
GOTTFRIED HELNWEIN AT MODERNISM
Peter Selz

Pittsburgh Tribune Review, Pittsburgh, 31. January 2003
ARTISTS EXPLORE THE DEVELOPMENT OF THE CARTOON CHARACTER AND ITS IMPACT ON SOCIETY
Purnell Center for the Arts, Carnegie Mellon University - Comic Release: Negotiating Identity for a New Generation
Kurt Shaw (Tribune-Review art critic)

Artweek, 01. December 2002
GOTTFRIED HELNWEIN AT MODERNISM
Jonathon Keats

Los Angeles Times, 05. July 2002
CITY OF ANGLES: ART AMID THE STARS
Gottfried Helnwein
Gina Piccalo and Louise Roug

The Beverly Hills, Courier 14. June 2002
CITY TO CONSIDER "OVERWHELMING" ART
Gottfried Helnwein
Imee Gacad

Fa?e?, Russia, 20. May 2002 ???
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Interview with Gottfried Helnwein

Interview with Gottfried Helnwein
Frankfurter Rundschau, 01. December 2001
LETZTE TAGE EINER DIVA
Gottfried Helnwein über Marlene Dietrich
Roland Mischke

The Irish Times, 20. August 2001
THIS YEAR'S KILKENNY ARTS FESTIVAL HELPED TAKE CHALLENGING WORK OUT OF THE GALLERY AND ONTO THE STREETS
Installation by Gottfried Helnwein
Aiden Dunne

The Irish Times, 01. August 2001
CUTTING EDGE
Gottfried Helnwein
Aiden Dunne

Stuttgarter Zeitung, 16. June 2001
ZIEHENDE WOLKEN
Götz Thieme

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. June 2001
BEFREIUNG INS SCHWARZE NICHTS
Aus dem Reich der Verstümmelten und der bandagierten Köpfe: Strawinskys "Rake's Progress" an der Hamburgischen Staatsoper.
Julia Spinola

Engler, 03. June 2001
STRAWINSKY'S TEUFELSWERK AN DER OPER
Welt am Sonntag

ART newsroom.com, 06. December 2000
HELNWEIN
Joanna Hayman-Bolt

Artweek, 01. November 2000
'THE DARKER SIDE OF PLAYLAND: CHILDHOOD IMAGERY FROM THE LOGAN COLLECTION' AT SFMOMA
Gottfried Helnwein's Mickey
Alicia Miller

Jewish Chronicle, London, 02. June 2000
HELNWEIN, ONE MAN SHOW, ROBERT SANDELSON GALLERY, LONDON, 2000
Julia Weiner

REUTERS City, 20. May 2000
THE SHOCK OF THE REAL
John Hendry

Haaretz, Israel, 02. April 2000
Gottfried Helnwein

TANK Magazine, London, 01. February 2000
THE AMERICAN PAINTINGS
Gottfried Helnwein

Kleine Zeitung Graz, 13. June 1999
MAGIE DES ZÖLLNERS
Gottfried Helnwein
Frido Hütter

Ober-Österreichische Nachrichten, 01. June 1999
ERKLÄRUNGEN ZUR KUNST SIND SINNLOS
Interview: Maler Gottfried Helnwein zu seiner "Apokalypse" in der Dominikanerkirche Krems.
Irene Judmayer

profil, Wien, 31. May 1999
DASS DIE GESELLSCHAFT DIE KUNST FÜRCHTET
Interview with Gottfried Helnwein
Horst Christoph

Deutschlandradio, 30. September 1997
47. BERLINER FESTWOCHEN, HAMLETMASCHINE VON HEINER MÜLLER IN DER BERLINER ARENA
Gert Hof und Gottfried Helnwein
Ich hätte gern diese Vorstellung verlassen,...
Kulturzeit - 9.05 Uhr
Heinz Benfitzsch

Münchener Merkur, Kultur, 13. September 1997
HAMLET, HEINER, HOF, HELNWEIN
Malve Gradinger

Süddeutsche Zeitung, 12. September 1997
HITLER IST BESSER ALS MUTTER MARIA
Nazi-Witwe fühlt sich durch Helnwein-Bühnenbild verunglimpft
Reinhard J. Brembeck

Abendzeitung, München, 09. September 1997
"EIN GUTER MANN"
Gottfried Helnwein's "Epiphany"
Tim Pröse

Applaus, Kultur-Magazin, 01. September 1997
ICH BIN NICHT HAMLET
"Hamletmaschine" in der Muffathalle. Bühnenbild: Helnwein
(Cover-story)
Axel Sanjosé

Kommersant Daily, Russia, 12. June 1997
EXHIBITION IN THE STATE RUSSIAN MUSEUM, ST PETERSBURG
Gottfried Helnwein- Retrospective in the State Russian Museum, St Petersburg
Frontpage

mtv.com, mtv news online, 04. April 1997
FLORIA SIGISMONDI DISCUSSES HER DARK AESTHETIC
David Bowie, Marilyn Manson, Gottfried Helnwein

Kölner Stadt Anzeiger, 10. October 1996
EIN MÄDCHENKOPF FÜR SANKT PETERSBURG
Peter Ludwig schenkte Museum Helnwein-Bilder
Lothar Deeg

fotoMAGAZIN, 01. May 1996
FOTOGRAFEN UND MALER
Interview mit dem Kunstsammler Peter Ludwig
Gerhard Richter, Gottfried Helnwein
Kunstmarkt
AEM

Sonntagszeitung, Zürich, 11. December 1994
"WIE EINER DER GROSSEN MEISTER DER RENAISSANCE"
Helnwein, 46, ein Meister der Provokation, hält Walt Disney für so bedeutend wie Leonardo da Vinci und Rembrandt
Roger Anderegg

The Gazette, Montreal, 1994
ART
CENT JOURS BEGINS NINTH SEASON
Faces by Gottfried Helnwein
Ann Dunkan

Die Welt, 29. March 1993
FOTO-AUSSTELLUNG IN BONN: "GOTTFRIED HELNWEIN FACES"
L. Fritz Gruber

Süddeutsche Zeitung, 26. July 1991
ONLY ROCK 'N' ROLL
Interview mit Keith Richards
Keith Richards Portraits von Gottfried Helnwein
Christian Kämmerling

Die Zeit, 09. May 1990
TRÄNEN FÜR DIE REVOLUTION
Johann Kresnik inszeniert ein schrilles Requiem auf die DDR
Bühne; Gottfried Helnwein
Rolf Michaelis

Stuttgarter Zeitung, 05. May 1990
GIGANTEN - DISPUT IM IRRENHAUS
Kresnik und Helnwein
Premiere im Stuttgarter Schauspielhaus
Maria Ossowski

Walt Disney's Micky Maus, 23. November 1989
DIE PANZERKNACKER
Helnwein in Entenhausen
Ehapa Verlag, Stuttgart
Ein schlapper Fall

Frankfurter Allgemeine, 16. November 1989
ZEICHENOPFER
Gottfried Helnwein in Essen.
Roland Gross

MIZUE, Tokyo, Japan, 01. June 1989
THE BLACK MIRROR, THE WORLD OF GOTTFRIED HELNWEIN
Artist of inner Turmoil.
Toshiharu Ito

ZEIT magazin, 12. May 1989
MICKYMAUS UNTER DEM ROTEN STERN
Gottfried Helnwein
Das Museum der 100 Bilder Bedeutende Autoren und Künstler stellen ihr liebstes Kunstwerk vor Herausgegeben von Fritz J. Raddatz

Frankfurter Allgemeine, 29. October 1988
EVIDENTER ZUFALL
Helnwein-Installation in Köln
moen

Frankfurter Allgemeine, 11. October 1988
ÄFFLINGE UND TSCHANDALEN
Gottfried Helnwein
Roland Mischke

Westfählischer Anzeige, 05. May 1988
HELNWEIN - NS-KUNST IHREN MYTHOS NEHMEN
Den Bürgern mehr Urteilsvermögen zutrauen
AP

Stuttgarter Zeitung, 19. February 1988
UNTER ALICES SCHUTZMANTEL
Alice Schwarzer über Gottfried Helnwein
Diskussion mit der " Emma "- Chefin im Stuttgarter Theaterhaus Wangen
Dagmar Deckstein

Die Zeit, 19. February 1988
DIE KIELER AFFÄRE - IN MÖRDERISCHEN TÄNZEN
Choreographisches Theater in Heidelberg. "Macbeth" von Johann Kresnik und Gottfried Helnwein
Rolf Michaelis

Der Spiegel, 15. February 1988
PLAKATE - KRÄNKENDES ÜBERWEIB
Helnwein-Plakat zu Zadeks "Lulu"

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. April 1987
DER KÜNSTLER ALS MÄRTYRER
Die suggestiven Bildmontagen Gottfried Helnweins
Peter Gorsen

Kurier, Wien, 13. February 1985
AKADEMIE: HELNWEIN ALS PROFESSOR - EIN SCHOCK?
Der 36 jährige Maler soll Rudolf Hausners Nachfolger am Schillerplatz werden
Herbert Hufnagel

Süddeutsche Zeitung, 24. April 1983
GOTTFRIED HELNWEIN LÄDT 40,000. AUSSTELLUNGSGAST EIN
eve

Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 13. February 1983
EIN AUFSCHREI GEGEN DIE SCHMERZEN DER WELT
Die Kunst von Gottfried Helnwein - Erfolg und Kritik
Erika Brenken

Frankfurter Rundschau, 12. June 1982
HELNWEIN
Thomas Rothschild

Süd-Ost Tagespost, 21. January 1982
ALS FREMDER UNTER FREMDEN LEBEN
G. Brugner-Rosenbaum

Kurier, Wien, 05. November 1981
CLUB 2 ÜBER DIE KUNST - SKANDALE
Anlass: Nitsch-Aktion / Proteste erwartet

Tiroler Tageszeitung, 17. June 1980
VON DEN ALLTÄGLICHEN LEBENSKATASTROPHEN UNSERER ZEIT
v.h.

Kronenzeitung, Kultur, 10. November 1974
DER SCHOCK DER AUS DEM ALLTAG REISST
Galerie Spectrum: Helnwein-Aktion und neue Bilder
Erwin Melchart

Arbeiter Zeitung, Wien, 01. September 1973
EIN PANOPTIKUM DER BESCHÄDIGTEN
Harald Sterk

Pardon, 01. October 1972
OGOTTOGOTT!
Gerd Winkler
Gerd Winklers Kunstwetterlage

profil, Wien, 1972
FALK ZWINGT KUNST RAUS
Helnwein-Ausstellung abgebrochen

 

 

 

 

 

Tiroler Tageszeitung, 10. November 2003
Kultur
HELNWEIN-AUSSTELLUNG IN LOS ANGELES GEDENKT HOLOCAUST-OPFER
Los Angeles (APA) - Der österreichische Multimedia Künstler Gottfried Helnwein präsentierte gestern, Sonntag, anlässlich des 65. Jahrestages der von den Nazis "Reichskristallnacht" genannten Novemberpogrome im "Simon Wiesenthal Center Museum of Tolerance" in Los Angeles, eine Ausstellung, in der auf das historische Leiden und den unmenschlichen Hass hingewiesen werden soll.
Präsentiert wurde auch sein neues Buch "Ninth November Night". Ein Dokumentarfilm zeigte die langjährige Auseinandersetzung des Malers mit dem Thema Faschismus.
In gesellschaftlicher Hinsicht betrachtet es der Maler als seine Aufgabe, "etwas zu finden, das einen Unterschied macht und die Gesellschaft aufwühlt", erklärte Helnwein in der anschließenden Diskussion. "Als Künstler stelle ich selbst die Regeln auf. In meinen Bildern geht es immer um Kinder und um die Vergangenheit in meinem Land."
Österreich hat sich nach Meinung von Helnwein erst durch die Causa Waldheim und durch die internationalen Schlagzeilen rund um Jörg Haider mit der Schuldfrage befasst und die Vergangenheit neu beleuchtet.
http://www.helnwein.com/presse/international_press/artikel_1464.html

 

 

Los Angeles Times,Weekend, 9 October 2003
Duane Noriyuki
Times staff writer
EVENT REPRESENTS CENTURIES OF ART
Gottfried Helnwein at the L.A.Art show 2003
Helnwein’s 20-by-60 foot outdoor installation “Modern Sleep 2003”, as well as photographs from his collaboration with Marilyn Manson, are included in the show, which opens with this evening’s gala and is open to the general public Friday through Sunday at Santa Monica Airport’s Barker Hangar.
“Modern Sleep 2003” (digital print) is the latest in a series dating back to the 1980s and reflects Helnwein’s use of children in questioning the human condition. It includes two images of a girl. In one, her skin is pale white, and she is dressed in black. In the other, she is black, dressed in white. In both images, her expression is death-like.
“They have open eyes, so modern sleep doesn’t mean they are just sleeping,” says Helnwein. “It might mean something else.”
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http://www.helnwein.com/presse/international_press/artikel_1425.html

 

 

Gottfried Helnwein, Selected Articles Der Spiegel, 05. May 2003
ICH BIN AMERIKAS ALPTRAUM
Interview mit Marilyn Manson
Christoph Dallach, Jörg Böckem
Der Rockmusiker Marilyn Manson, 33, über seine Schock-Kunst, kreative Selbstzensur in den USA und seine neue CD.
SPIEGEL:
Sorgt sich Ihre Plattenfirma, dass Ihr neues Werk boykottiert werden könnte?
Manson:
Nein, Ärger gab es nur mit einem Cover-Entwurf des österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein. Er hatte ein Foto von mir im Stil von Mickey Mouse bearbeitet, aber die Plattenfirma hatte zu viel Angst vor Disney - und davor, dass große Händler das Album nicht in ihre Läden nehmen würden. Es ist schon lustig, wie viel Wirbel man in den USA mit ein wenig Schminke und zwei großen Ohren erzeugen kann. Amerikaner mögen es nicht, wenn man ihre Ikonen verunstaltet.
SPIEGEL:
Helnwein gilt wie Sie als Provokateur des Kulturbetriebs - haben sich da zwei verwandte Seelen getroffen?
Manson:
Ein Künstler, der nicht provoziert, wird unsichtbar. Kunst, die keine starken Reaktionen auslöst, hat keinen Wert. Helnwein hat das verinnerlicht und entspricht damit genau dem Kern meiner Musik. Unsere Zusammenarbeit erschöpft sich nicht darin, dass ein Künstler einem Musiker ein Cover für sein Album malt. Wir schaffen zusammen Kunst, die unseren Gemütszustand wiedergibt.
SPIEGEL:
Helnwein sagt, Sie seien ähnlich einsam wie er.
Manson:
Ganz bestimmt. Es ist übrigens nicht nur schön, sondern auch befremdlich, jemanden zu finden, der tatsächlich das Gleiche liebt wie man selbst. Ich bin gewohnt, für meine Ideen verurteilt zu werden - und plötzlich ist da jemand, der mich auf Anhieb versteht. Ich war nie ein geselliger Mensch. Das ist einer der Gründe, warum Leute wie ich Entertainer werden - weil sie anders nicht kommunizieren können.
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http://www.helnwein.com/presse/selected_articles/artikel_1210.html

 

Hard N'Heavy, Paris, 01. May 2003
GOTTFRIED HELNWEIN, REVOLUTION… AKTION !

Interview with Gottfried Helnwein
par Sophie HERVIER
Artiste autrichien de renommée internationale, Gottfried Helnwein partage son temps entre l’Irlande où il vit depuis cinq ans et Los Angeles où il a récemment ouvert un nouveau studio. C’est lui qui signe le visuel de The Golden Age Of Grotesque et fait ici un point passionnant sur cinquante-cinq ans de carrière.
Hard N'Heavy: Qu’est-ce qui t’a poussé à étudier l’art plus jeune ?
HELNWEIN: A l’origine, je ne voulais pas devenir artiste parce que je pensais que ça devait être très ennuyeux. Mon rêve, comme celui de tous mes amis, était de faire du rock ! Je suis né à Vienne après la Seconde Guerre mondiale dans un environnement sinistre et désolé, peuplé par une classe moyenne dépressive. Les années 50 ont vraiment été catastrophiques en Autriche. La seule chose qui me mit du baume au cœur fut la découverte, à l’âge de six ans, d’une photo miniature d’Elvis Presley dans un paquet de chewing-gum. Je ne savais pas du tout qui c’était mais sa beauté me fascinait. Plus tard, j’ai appris que c’était un musicien et c’est comme ça que je me suis mis au rock. Après, il y a eu les Rolling Stones… A l’époque, seuls la musique et les comics m’intéressaient, je détestais toute autre forme d’art établi. Quand j’ai eu 19 ans, j’ai soudain voulu être un artiste parce que je me suis aperçu que ça permettait de jouir d’une certaine liberté, d’exprimer toutes ses opinions et d’avoir un impact sur la société. C’est pour ces raisons que je me suis mis à la peinture.
Hard N'Heavy: Y avait-il des artistes particuliers dont les œuvres t’inspiraient
HELNWEIN: Non. Nous étions dans les années 60 et tout le monde se rebellait. Surtout en Allemagne et en Autriche, où notre génération se sentait très différente de celle de nos parents, que nous tenions responsable de l’Holocauste. Je crois que dans toute l’histoire des pays germanophones, ce fut le plus grand décalage entre deux générations. En plus de cela, j’ai rejeté tout ce qui avait trait aux beaux-arts. Ça m’a pris énormément de temps pour me rendre compte des choses fantastiques auxquelles ils avaient donné naissance. Il n’y a que le surréalisme que je tolérais. Mais même dans ce domaine, je n’avais pas de modèle. Je peignais juste ce qui me passait par la tête.
Hard N'Heavy: Peux-tu nous en dire plus sur la naissance du mouvement Aktion durant cette période ?
HELNWEIN: Ce mouvement fut créé à Vienne à la fin des années 60/début des années 70. C’était une forme d’art constituée de performances agressives, voire violentes, destinées à briser les tabous. Certains artistes s’automutilaient et ont dû quitter le pays sous peine d’emprisonnement. Je connaissais très peu ce mouvement parce qu’il était très restreint et qu’on en parlait peu dans les médias. Mais, dans mon coin, je pratiquais simultanément la même chose en me coupant avec des lames de rasoirs ou en me recouvrant de sang. C’était une réaction à une société oppressive. Le mouvement s’est étendu à d’autres pays, comme l’Allemagne et les Etats-Unis, sous d’autres noms, mais c’est bien en Autriche que Aktion fut le plus extrême. Il a pris fin au milieu des années 70 parce que cette réaction se devait d’être spontanée. Si elle commençait à se répéter, comme au théâtre, elle perdait son sens. Un de ces artistes de l’époque pratique encore aujourd’hui l’automutilation, mais ça ressemble malheureusement plus à une plaisanterie qu’à autre chose. Quant aux autres, beaucoup se sont reconvertis dans des médias comme la peinture, le dessin ou la photographie.
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http://www.helnwein.com/presse/selected_articles/artikel_1219.html

 

Frankfurter Allgemeine, 12. April 2003
KUNST, STRIP UND EIN HAUCH VON VARIETÉ
Für die Präsentation seines neuen Albums „The Golden Age Of Grotesque“, das Mitte Mai auf den Markt kommt, hat Manson bewusst Berlin als Station neben Paris und London ausgewählt.
Im Foyer spricht er über seine eigenen Aquarelle und zeigt die morbide faszinierenden Cover-Porträts, die der österreichische Künstler Gottfried Helnwein von ihm gemacht hat. Auf den Fotos trägt der Musiker Micky-Maus-Ohren und schafft es, sogar damit düster auszusehen. Dazu passt eine Performance, bei der Kinder in faschistisch wirkender Kluft mit Maus-Ohren und verbundenen Gesichtern durch das Theater marschieren. Manson sucht in seiner Kunst den Tanz auf dem Vulkan.
12. April 2003 So genannte Schockrocker sind oft ganz anders als man denkt. Das hat Ozzy Osbourne als besorgter Familienvater in seiner MTV-Show gezeigt, und auch bei Marilyn Manson ist es nicht anders. Häufig wurden die brachialen Metalklänge des düster geschminkten amerikanischen Musikers als Ansporn zur Gewalt interpretiert. Aber das stimmt so nicht, wie sich am Freitagabend in der Berliner Volksbühne wieder einmal zeigt. Manson ist eher geübter Provokateur und Gesamtkunstwerk, als einfach jemand, mit dem man seine Eltern schockiert.
Für die Präsentation seines neuen Albums „The Golden Age Of Grotesque“, das Mitte Mai auf den Markt kommt, hat Manson bewusst Berlin als Station neben Paris und London ausgewählt. Kabarett und Kunst der 30er Jahre haben es ihm angetan. „Berlin hat mich immer auf so viele Arten inspiriert“, sagt er dem Publikum in der ausverkauften Volksbühne. Als Tribut trägt er roten Anzug und Zylinder, ganz der Conferencier. An den Füßen stecken mörderische Plateauschuhe, in einem Auge leuchtet die weiße Kontaktlinse, was wiederum ganz nach Manson aussieht.
Eigene Bilder besprochen
Im Foyer spricht er über seine eigenen Aquarelle und zeigt die morbide faszinierenden Cover-Porträts, die der österreichische Künstler Gottfried Helnwein von ihm gemacht hat. Auf den Fotos trägt der Musiker Micky-Maus-Ohren und schafft es, sogar damit düster auszusehen. Dazu passt eine Performance, bei der Kinder in faschistisch wirkender Kluft mit Maus-Ohren und verbundenen Gesichtern durch das Theater marschieren. Manson sucht in seiner Kunst den Tanz auf dem Vulkan.
Zur Einstimmung wird auf der Leinwand jener Ausschnitt aus „Bowling For Columbine“ gezeigt, der viele nachdenklich gemacht hat. Oft wurde dem Sänger vorgeworfen, er sei mit seinen obszönen Texten und seiner Musik mit schuld am Schulmassaker von Littleton 1999. In Michael Moores oscargekrönter Dokumentation sagt Manson schlicht, niemand habe den Jugendlichen zugehört. Der Mann, der sich nach Marilyn Monroe und dem Mörder Charles Manson benannt hat, ist ein sanftes Wesen, ist im Film zu spüren. Genauso ist es in Berlin. Auch seine Fans, mit dunklen Kutten und im Gruftilook, wirken völlig friedlich.
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http://www.helnwein.com/presse/selected_articles/artikel_1191.html

 

CyberZone, Italy, 01. April 2003
L'INFANZIA A PEZZI
Shattered childhood, Gottfried Helnwein
periodico visionario da palermo
Massimiliano Geraci
In the dancing school of that theatre Andreas and I started as children.
What pushes parents to send their children to such a school? The idea that children are like a sort of straw through which parents can suck life out of. Don’t you dare to ask me for a better answer since only just thinking of these parents makes my blood boil […]
Peter Høeg, Tales of the night
The Austrian artist Gottfried Helnwein is well aware of the discomfort the public feels when confronted with images of children not represented as innocents but to whom a powerful sexual identity (and an awareness) is designated. In his work, and especially his paper drawings, he has created some of the most powerful and disturbing representations of abused childhood in history of art. We are not talking about the form of abuse commonly described in the penal code. By altering or removing the inbred pulsation that spurs us to stubbornly refuse or deny what we do not recognise, the manipulations and interferences (The Intrusion) adults perform on the social body of childhood are denounced.
Helnwein does not only limit himself to addressing the issue but tackles it forthwith without looking away or withdrawing. He tries to capture the essence, the strength deriving from it and offers it to the spectator whose certainties start to vacillate. In The doubting Thomas, a male character kneels in front of a young girl and rests his head on her lap in sign of abandonment, of absolute prostration.
Also in Untitled (1993) both the recognition of the “fluidity” of childhood elusiveness and the desire to compress it in a fixed and reassuring environment is staged. In many of his paintings and photographs young girls are portrayed with their heads or hands (the sense of tacitility) almost entirely covered in bandages, a way of avoiding, through sensorial excision, all contact with the world or the possibility of getting in touch with it. In other words, the artist attempts to chase away once again the contagious and uncontrollable carnality that childhood senses are able to project onto it (see Beautiful victim II and Child of light, of which Helnwein has created many variations).
However, Helnwein’s ideas on the subject of childhood are more complex than this. The many images of children suffering (as seen in his recent series Angels burning), a disturbing form of suffering looked at in awe as the consequence of something we ignore the cause of (what else but not the sombre irrationality?), also have the function of reawakening our already anaesthetised senses before the sufferings of the world.
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http://www.helnwein.com/presse/selected_articles/artikel_1197.html

 

Flaunt Magazine, Los Angeles, 19. March 2003
CULTURE TO THE SAVAGE
Dallas Clayton
photographed by Alex Prager
Larger-than-life artist Gottfried Helnwein's exhibitions have been protested, banned, vandlized, and honored for the last 35 years.
If you are already familiar with Gottfried Helnwein then you proably knew more than I do about art, and I apologize on behalf of the commercially saturated masses.
Helnwein is a ridiculously talented artist. That is basically all you need to know. Anything you could imagine art doing for you, or to you, any feeling it might instill in you or emotion it might remove from you, he captures, then cripples, reformats, and pastes into the cleft pallet of a 20-foot-tall gray-scale rendition of a deformed fetus soaking in formaldehyde.
The essence of realism and ability that every art major ever clamored to grasp, he manages to expel onto canvas with apparent ease. He produces paintings, and photographs that you can't help but wish you could recreate with the same vision, depth, and intrigue. His art is without gimmick and his persona is without persona.
Helnwein is simply someone who enjoys creating, and has been doing a pretty damn good job at it for 35 years.
In brief, very brief, he's gone from the Academy of Fine Arts in Vienna to photographing the Rolling Stones and Andy Warhol to making subjects out of Klansmen, Disney characters, and Malcolm X. He's had exhibitions protested, banned, vandalized, and honored, and his portrait of Kennedy was on the cover of "Time" magazine. He's exhibited everywhere from galleries on Finland, Japan, Russia, and London to museums like MoMA and the Smithsonian. He uses everything from oils, acrylics, computers, inks, crayons, costumes, and set design; and his work has inspired articles, films, television shows, and books. Even down to the only thing you late on the fashion bandwagon, rock T-shirt-clad readers might be familiar with, the bandaged-faced, forked-eyed self-portrait on that Scorpions album "Blackout" (which, regardless of our opinion on the quality of the music, is still a sick picture), Helnwein has managed to master the surreal.
So why is it you may never have heard of such a brilliant purveyor of radical work? Well. my guess would be that you're as American as I am, and, like most Americans, don't really know anything about fine art and couldn't on your best day name five living artists who aren't involved in graffiti, fashion photography, or painting things with feces. A concept which doesn't seem to bother Helnwein, who joins his unique position of slight anonymity and total freedom in a world of constant celebrity.
Visit link for complete article:
http://www.helnwein.com/presse/selected_articles/artikel_1162.html

 

Art in America, New York, 01. February 2003
GOTTFRIED HELNWEIN AT MODERNISM
Peter Selz
Gottfried Helnwein's extensive 1997 retrospective at the State Russian Museum in St. Petersburg gave visitors an overview of his work going back to his street actions in Vienna in the 1970s, his grimacing iconic self-portraits that suggest self-mutilation, and on to his menacing canvases depicting the evils of the Third Reich.
He has worked as a painter. draftsman, photographer, muralist, sculptor and performance artist. His work is consistently concerned with psychological anxiety.
In his new series of paintings, done in somber monochrome blues, he continues to work with singular sense of suspense and mystery.
When Helnwein moved his studio from a castle in the Rhine valley to downtown Los Angeles about a year ago, he decided to depict the life around him. Many of the new paintings seem to be in dialogue with Hopper's images evoking urban loneliness. Helnwein's paintings, however, are based on his photographs, which he transfers onto canvas using an airbrush, inkjet printing or, at times, traditional paintbrushes.
The works in the "Downtown" series are provocative images of isolated individuals, empty hallways, vacant warehouse exteriors, bare, eerily lit rooms, mysterious accidents and crowds of sinister men on street corners.
The series also includes strange paintings of intimate human encounters such as Downtown 18, which shows a woman kissing another bare-breasted woman, whose throat has been cut.
Gerhard Richter's "18.October 1977" suite comes to mind, but Helnbwein remains nonnarrative. His paintings of bewildered dramas leave the viewer adrift in their macabre world.
Visit link to see "Downtown" paintings:
http://www.helnwein.com/presse/selected_articles/artikel_1056.html

 

Pittsburgh Tribune Review, Pittsburgh, 31. January 2003
ARTISTS EXPLORE THE DEVELOPMENT OF THE CARTOON CHARACTER AND ITS IMPACT ON SOCIETY
Purnell Center for the Arts, Carnegie Mellon University - Comic Release: Negotiating Identity for a New Generation
Kurt Shaw (Tribune-Review art critic)
Although cartoons and caricatures have played an important role in Western culture since the Middle Ages, the development of the comic strip and comic books are a unique American phenomenon and has contributed significantly to American visual culture.
...Gottfried Helnwein's "American Prayer," which is a large hyper-realistic painting of a boy kneeling in bedtime prayer to a large and looming Donald Duck.
About Helnwein's piece: Clark says, "In many ways, this is the signature piece for this whole show, because it shows how cartoon imagery has entered our culture, our world, our daily life."
Although cartoons and caricatures have played an important role in Western culture since the Middle Ages, the development of the comic strip and comic books are a unique American phenomenon and has contributed significantly to American visual culture.
Nowadays, the contemporary art world is rife with American artists who use cartoon imagery as their main mode of expression. Artists such as Christian Schumann and Barry McGee, who use cartoon imagery in everything from uniquely complex drawings and paintings to equally involved installations, are just two examples.
These artists have joined the ranks of international art stars who also use cartoon imagery, such as Japanese artists Takashi Murakami and Yoshitomo Nara, who both draw inspiration for their art from upbringings that constantly exposed them to an increasingly materialistic society through cartoons and animation.
Works by all of these artists and many more are included in a new show that opened recently at Carnegie Mellon University's Regina Gouger Miller Gallery. "Comic Release: Negotiating Identity for a New Generation" is an exhibition that explores the use of cartoon imagery in everything from fine art to "alternative" comic books.
The idea for the show began three years ago when Vicky A. Clark, an independent curator and adjunct professor in the School of Art at Carnegie Mellon, noticed the trend while gallery hopping in New York City.
"It seemed like every time I was in New York, I kept on seeing art that used comic and cartoon imagery," Clark says.
Visit link for complete article:
http://www.helnwein.com/presse/selected_articles/artikel_1033.html

 

Artweek, 01. December 2002
GOTTFRIED HELNWEIN AT MODERNISM
Jonathon Keats
This was the moment when I sensed for the first time," Helnwein has since written, "[that] you can change something with aesthetics, you can get things moving in a very subtle way, you can get even the powerful and strong to slide and totter, anything actually if you know the weak points and tap at them ever so gently by aesthetic means." For the following three-and-a-half decades he has relentlessly pursued that goal, masterfully incorporating everything from painting to performance to photography, regularly causing art world outcry and public fury. Yet as his knockout exhibition at Modernism last October made clear, his art is successful less for its evident tendency to provoke than for its extraordinary ability to perplex.
The first and last enduring lesson Gottfried Helnwein learned in art school came about the day he refused to sketch yet another classic nude, and instead took a razor to his fingers and drew a portrait of Adolph Hitler in his own blood. The year was 1965, the city Vienna, and all Austria seemed tacitly to have agreed that responsibility for Nazi atrocities would be forgiven if only the whole horrid era were forgotten. So, rather than praising Helnwein's exceptional draftsmanship, using so painfully original a technique, his instructor gathered the entire faculty and accused him, in front of the student body, of attempting to ruin the school's reputation.
"This was the moment when I sensed for the first time," Helnwein has since written, "[that] you can change something with aesthetics, you can get things moving in a very subtle way, you can get even the powerful and strong to slide and totter, anything actually if you know the weak points and tap at them ever so gently by aesthetic means." For the following three-and-a-half decades he has relentlessly pursued that goal, masterfully incorporating everything from painting to performance to photography, regularly causing art world outcry and public fury. Yet as his knockout exhibition at Modernism last October made clear, his art is successful less for its evident tendency to provoke than for its extraordinary ability to perplex.
Ambiguity, of course, has always been the essence of art, setting it apart from mere commentary. Many, from Robert Arneson to Barbara Kruger, have ultimately failed for putting their work in the service of polemic. Had Helnwein taken too fervently to the lesson he learned in art school - had he simply chosen to be an effective agitator - he assuredly would have suffered the same fate. In truth, that initial portrait of Hitler, while gutsy, isn't especially deep. It served as a point of departure, but once he was on his way, the Austrian painter, now working in Los Angeles, let his distance from it grow greater by the hour.
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Los Angeles Times, 05. July 2002
CITY OF ANGLES: ART AMID THE STARS
Gina Piccalo and Louise Roug
Artist Gottfried Helnwein opens a show of his paintings at his downtown studio in front of a star-studded crowd, including musician Marilyn Manson.
When Austrian artist Gottfried Helnwein opened a show of his paintings recently, celebrities crowded his downtown studio.
Leonardo DiCaprio rubbed Elbows with Marilyn Manson. Beck chatted with Kevin Smith. Mena Suvari stopped for a photo op, and Sean Penn lent his cool.
For a recent transplant, Helnwein attracted much Hollywood.
For Helnwein, the mix of music, Hollywood and artists had served another purpose - generating more work.
He and Manson had agreed to do a project together, and Smith had commissioned him to do a large scale painting of his daughter. Helnwein couldn't wait to meet Dennis Hopper.
He was following in the (big) footsteps of another Austrian. As it had for Arnold, L.A. lay glittering in front of Helnwein. He was glad he had come West.
"New York is dead," he said.
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The Beverly Hills, Courier 14. June 2002
CITY TO CONSIDER "OVERWHELMING" ART
Imee Gacad
Large, billboard-sized faces of children may tower over the city later this year if the City Council approves a Holocaust memorial art exhibit by artist Gottfried Helnwein.
Helnwein’s exhibit, “Ninth November Night—Selektion,” de- picts billboard-sized photographs of children treated with whitewash to appear to be images of Holocaust victims. The children are not actual Holocaust victims, but children of the present day.
“This is a very serious and somewhat disturbing exhibition,” said Mayor Meralee Goldman, who is supportive of the exhibit and was first approached by the Austrian artist.
“There is an important component of education to go along with this exhibit,” Human Relations Director Mary O’Gorman said. “This is a Holocaust Memorial, and the intent at times is to overwhelm.”
The exhibit is described as “an art event to focus the conscience of the viewer and, through media exposure, the conscience of the widest possible public” by the artist’s draft proposal. “An art installation a city block long...will rise into public view to cry out against not only one of history’s most tragic and horrific episodes of prejudice, but also against the current resurgence of the endangerment of children through intolerance around the world.”
The exhibit was first presented almost ten years ago in Europe at Cologne’s Museum Ludwig. The exhibit was met with bewilderment and aggressiveness by some of the population, with one being slashed and another stolen. The slashed photo was patched up and used in subsequent exhibits as a reminder of the persecution of Jewish people.
The Human Relations Commis- sion voted to support the exhibit and work with the Fine Arts Commission to develop a more detailed recommendation to the City Council.
If approved, the exhibit would be displayed on city property. An initial site considered for the exhibit is Rexford Drive in front of the Beverly Hills Public Library.
While Councilmember Tom Levyn indicated his support for the exhibit, he asked staff to research alternative venues.
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MORE ARTICLES ABOUT HELNWEIN IN RUSSIA:
THE HELNWEIN PASSION

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HELNWEIN: THE ARTIST AS PROVOCATEUR
http://www.helnwein.net/article85.html

THE SUBVERSIVE POWER OF ART
http://www.helnwein.net/article84.html

EXHIBITION IN THE STATE RUSSIAN MUSEUM, ST PETERSBURG
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BRIAN ENO AT THE OPENING OF THE HELNWEIN-RETROSPECTIVE
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EIN MÄDCHENKOPF FÜR SANKT PETERSBURG
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PORTRAITS OF PETER AND IRENE LUDWIG FOR THE STATE RUSSIAN MUSEUM ST PETERSBURG
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THE METAPHORICAL PRINCIPLE OF GOTTFRIED HELNWEIN
http://www.helnwein.net/article89.html

RUSSIAN WEBSITES ABOUT GOTTFRIED HELNWEIN:
http://www.obyava.ru/gottfried_helnwein.php
http://www.guelman.ru/flash/info/64/

 

 

Frankfurter Rundschau, 01. December 2001
LETZTE TAGE EINER DIVA
Gottfried Helnwein über Marlene Dietrich
Roland Mischke
"Sogar Marlenes Stimme klang einsam"
Am Ende ihres Lebens schloss sich Marlene Dietrich von der Welt aus. Zu den sieben Freunden, die sie in ihrer Pariser Wohnung besuchen durften, gehörten der Maler Gottfried Helnwein und seine Frau Renate. Sie erzählen von ihrer Freundschaft zu der Diva, die am 27. Dezember 100 Jahre alt geworden wäre.
Zehn Tage vor ihrem Tod am 6. Mai 1992 rief sie an. Ihre Stimme war anders als zuvor, schleppend, ohne jede Vitalität. Sie konnte nicht mehr richtig artikulieren, hatte wohl einen Schlaganfall erlitten. Aber sie gab nur zu, unpässlich zu sein. Man konnte nicht alles verstehen, weil sie zeitweise lallte. Das Gespräch dauerte vielleicht eine Stunde, und plötzlich wurde klar, dass da jemand Abschied nimmt. Wir haben dann versucht, einige entscheidende Informationen zu erhalten. Wer ist bei Ihnen? "Niemand", sagte sie. Kommt Ihre Tochter? Darauf vermied Marlene eine Antwort, es war eine Weile Schweigen in der Leitung. In diesem Augenblick begriffen wir das Ausmaß der Enttäuschung über eine unerwiderte Liebe. Die Tochter kam auch erst zwei Tage nach dem Tod der Mutter nach Paris. Immerhin soll Marlenes Enkel in der Todesstunde bei ihr gewesen sein. Weil sie auf keinen Fall ins Krankenhaus, kein Pflegefall und nicht an den medizinischen Maschinenpark ausgeliefert sein wollte, boten wir ihr an, nach Paris zu kommen. Doch sie ging nicht darauf ein.
Sie wollte bis zum Schluss die seltsame Schönheit bleiben, zu der sie sich zeitlebens stilisierte, wollte als Kunstwerk respektiert werden. Sie war nicht nur eine Frau, sie war das Bild der Frau. Eine mythische Figur mit unirdischem Eros, eine Ikone, eine Göttin. Dass wir sie respektiert haben, hat uns Marlene so nahe gebracht. Sie hat gespürt, dass wir fasziniert waren von ihrem Mythos. Es gab da auch das Verständnis auf künstlerischer Ebene.
Wenn wir bei ihr waren, haben wir sie kein einziges Mal gesehen. Obwohl wir nur ein paar Meter von ihr entfernt im Wohnzimmer saßen, während sie in ihrem Schlafzimmer im Bett residierte. Diese Nähe, ohne einander in die Augen zu schauen, hat uns ein fantastisches Verhältnis beschert. Wir konnten über alles sprechen, Marlene war sehr interessiert an unseren Lebensumständen und den Kindern. Sie wollte Fotos von der ganzen Familie, schrieb ständig Briefe. Einmal hatte sie ein Foto verlegt, fand es nicht wieder - sie ließ nicht locker, bis wir es noch mal schickten.
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The Irish Times, 20. August 2001
THIS YEAR'S KILKENNY ARTS FESTIVAL HELPED TAKE CHALLENGING WORK OUT OF THE GALLERY AND ONTO THE STREETS
Aiden Dunne
But in Kilkenny itself, Gottfried Helnwein, the Tipperary-resident Austrian artist, has taken to the streets in a big way. His photorealist images are much happier dispersed around the town and in the castle courtyard than they are penned up in Butler House, where their upfront directness and aspirations to cinematic scale sit a little uneasily.
Helnwein is famously confrontational, and his bold conflations of Nazi and Christian iconography, in Epiphany and other prominently displayed pictures, predictably generated some friction. Yet, in a way, one shouldn't rush to condemn condemnations of, or expressions or resignation about, Helnwein's work, no matter how superficial or uninformed they turn out to be. Because, let's face it, a large part of its effectiveness had to do with its calculated, barbed ambiguity.
The point of the images is that they put it up to you as a viewer. Given that, one potential line of criticism is that they are designed solely to be provocative, like Marcus Harvey's portrait of Myra Hindley. But the abiding strength of Helnwein's work is that provocation is a means rather than an end; it is - however uncomfortable - morally grounded, if not necessarily in a way that will please all observers...
His beautiful photographs of Kilkenny children are, collectively, a recognisable derivative of his work Selection, which implicitly placed the viewer in the position of someone marking children for extermination. Strong stuff.
If that seems irrelevant in an Irish context, one could always point to Northern Ireland and to the scandals that have shaken the complacent authority of church and state in recent years.
What is more innocent, more open, more charming than the face of a child? Except that we are more than ever uncomfortably aware that the act of looking is not at all innocent, and Helnwein's children, with their closed, downcast eyes, decline to meet our collective gaze. Why? Perhaps because they insist on remaining within the orbits of their imaginations.
There is also, however, a slight unease arising from the uniformity of the images and the awareness that the subjects are being directed. Helnwein has a knack for throwing responsibility for what we are looking at back onto us, the viewers.
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The Irish Times, 01. August 2001
CUTTING EDGE
Aiden Dunne
Artist Gottfried Helnwein does not tread lightly with his art - Nazis, mutilation and surgical instruments regularly crop up in his work. Aiden Dunne warns festival-goers what to expect.
In Austrian artist Gottfried Helnwein's Epiphany, Nazi officers in uniform cluster around an Aryan woman, an icy blonde Madonna. She supports a naked infant who, it occurs to you, resembles Adolf Hitler, particularly as it has a precocious moustache. For an Austrian artist to venture into this highly charged terrain, blatantly conflating Christian and Nazi iconography, and doing so with work that had such an ambiguous edge and leaves a lot to our own imaginations, suggests a particularly provocative sensibility.
And, on the score, Helnwein certainly fits the bill, as a lot of people will discover when they encounter his work at first hand during the Kilkenny Arts Festival. In fact, his work, distributed over several venues, will be hard to miss. He makes sure of that.
Incidentally, he does not come to Kilkenny as a stranger. For several years he and his wife Renate have lived in a castle in Co. Tipperary. A technically proficient, immensely versatile artist who seems to think instinctively on a grand scale, he had systematically broken taboos. Some of his earliest public "actions" involved cutting himself with razor blades. These were very much in keeping with a taste for elaborate performance featuring violent, bloody spectacle typical of Herman Nitsch and the notorious Vienna Group.
There is an account of a late 1970s performance by Helnwein in which he drove around in Nazi regalia, his head bandaged and apparently bleeding. Since then he has become much more confrontational in his approach. He anticipated British artist Gillian Wearing by a number of years in wandering the streets with his head and face swathed in bandages, recording the reactions of passers-by.
As will be readily apparent from his Kilkenny exhibitions, scale is an important part of his strategy because, he wants to engage with the widest possible public. To this end, transgression is also central. Many of his images set out expressly to stop us in our tracks, confronting us with scenes of what look alarmingly like grotesque surgical experiments, of horrible torture, of children in distressing situations, of distorted and mutated flesh. . .
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Stuttgarter Zeitung, 16. June 2001
ZIEHENDE WOLKEN
Götz Thieme
Flimm gewann für Bühne und Kostüme Gottfried Helnwein, der angeblich notorisch Drastik und Provokation sucht, zunächst aber ein ingeniöser Bildmacher ist. ein Maler, Grafiker und Fotograf. Das verbindet ihn mit William Hogarth, dem englischen Kupferstecher, dessen Bilderzyklen Strawinsky zur Oper inspirierten. Doch 250 Jahre später setzt Helnwein nicht bei Hogarth und seiner realistisch genauen Darstellung der Londoner Casinos, Lusthöllen und Irrenhäuser an. Helnwein arrangiert eine magische Zeitlosigkeit durch präzise Rekostruktion konkreter Stile und zugleich fantasiegeborener Kreationen. Selten erlebte man die plastische Wirkungskraft von Kostümen so intensiv wie in Helnweins schiefem, nach rechts sich neigendem Kubusraum, in den zur Linken drei Türen eingelassen sind und dessen hellweisse Flächen immer wieder Bildprojektionen dienen, Kostüme und Bilder sind von ausgesuchtem Antipsychologismus, von entwaffnend stereotyper Symbolik, so wie Audens und Kallmans Text, wie Strawinskys Musik...
...Helnwein arrangiert eine magische Zeitlosigkeit durch präzise Rekostruktion konkreter Stile und zugleich fantasiegeborener Kreationen. Selten erlebt man die plastische Wirkungskraft von Kostümen so intensiv wie in Helnweins schiefem, nach rechts sich neigendem Kubusraum, in den zur Linken drei Türen eingelassen sind und dessen hellweisse Flächen immer wieder Bildprojektionen dienen, Kostüme und Bilder sind von ausgesuchtem Antipsychologismus, von entwaffnend stereotyper Symbolik, so wie Audens und Kallmans Text, wie Strawinskys Musik.
Ihnen gemeinsam ist die Kunstfertigkeit im Mikrokosmos. Nick Shadow, der Teufel, dem die Seele des Tom Rakewell für allerlei Reichtümer und Lustbefriedigungen nach einem Jahr zufallen soll, erscheint im eleganten magisch-roten Seidenanzug, die Füße umwehen Rauchschwaden, die auch stets sachte aus den Koffern dämpfeln, die er mit sich führt; Anne Truelove, Toms Braut, die dieser Tom schnell in London vergisst, ist zwischen Tulpen eine Unschuld vom Lande, eine hellblondes Provinzgretchen mit Schleife im Haar; ihr unförmig fetter Vater - der wunderbare Carl Schultz, seit 37 Jahren Ensemblemitglied - tapst in einem Knickerbockeranzug dem Unglück seiner Tochter hinterdrein. Tom selbst, der ziel - und haltlose Weissnichtwarum , wandelt sich vom Gärtner zum Dandy. Er erinnert mit seinem zippeligen Bärtchen ein wenig an den "Alice in Wonderland" - Dichter Lewis Caroll. In der Stadt gerät Tom in eine Traumgesellschaft, begegnet Frauen in Rokokokrinolinen, ihren Glatzköpfigen Galanen in roter Lederkluft - überbreit ihre Schultern wie bei Rugbyspielern, den Baseballschläger parat - , er trifft auf Mother Goose (Renate Spingler), der ein grinsender Gänsekopf auf dem Haupte sitzt, und er heiratet dir Jahrmarktsattraktion Baba the Turk, die Feau mit dem langen Bart (Julia Juon mit Wagnerkraft in der Stimme).
Toms weg führt nicht zu Anne zurück. Der Teufel reizt seine Macht mit einer Letzten Kartenwette aus - und unterliegt Tom. Der kommt trotzdem nicht davon.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. June 2001
BEFREIUNG INS SCHWARZE NICHTS
Aus dem Reich der Verstümmelten und der bandagierten Köpfe: Strawinskys "Rake's Progress" an der Hamburgischen Staatsoper.
Julia Spinola
Das letzte Bild in William Hogarths Kupferstichserie "A Rake's Progress" war es, das Strawinsky 1947 im Chicago Arts Insitute besonders beeindruckte: Des Wüstlings grausiges Ende im Londoner Irrenhaus Bedlam, wo der halbnackt am Boden Sitzende gerade in Ketten gelegt wird, umringt von weiteren Insassen, beweint von einer Frau: Von dieser Schlussszene aus sei alles erfunden worden. Der bildenden Kunst haben die Torturen des Wahnsinns immer wieder als abgründiges, finsteres Motiv gedient: moderne Höllenqualen, denen Goya oder Otto Dix zunehmend realere Züge verliehen. Das schlechthin Böse, Graussame und Sadistische harrt nicht langer in einem Jenseits hinter dem Fegefeuer, sondern wird immer stärker als soziale Realität erkannt, es wütet mitten unter uns.
Das Eindringen des Horrors in den Alltag hat wohl kaum jemand so beklemmend dargestellt wie der österreichische Künstler Gottfried Helnwein. Auf seinen Bildern nimmt die Gewalt derart Besitz von der Normalität, dass sie zum alles vergiftenden Elixier des Grauens wird. Viele seiner Gemälde, Plakate, Fotografien und Federzeichnungen zeigen Versehrung und Verstümmlung von Menschen, klinische Folterszenen, brutalisierten Kindern mit apathischen Blick, mit verbundenen Köpfen und Händen, oder mit ausradierten Gesichtern. Dennoch schockiert nicht die Inhalte allein: So umfassend scheint vielmehr Helnweins Perspektive auf das Leben vom Gefühl der Qual durchtränkt, dass selbst motivisch harmlosen Porträts, von John F. Kennedy oder Mick Jagger etwa, noch die Gewalt aus jeder fotorealistischen Pore dringt.
Auch als Bühnenbildner und Ausstatter hat sich Helnwein von dunklen Sujets angezogen gefühlt. In Zusammenarbeit mit Hans Kresnik entstanden drastische Bilderfluten zu "Macbeth" (Heidelberg), "Marat/Sade" (Stuttgart), und "Pasolini" (Hamburger Schauspielhaus). Das sein Blick auf Strawinskys "Rake" nun ein sehr spezieller sein würde, war zu erwarten. Weniger freilich, dass ausgerechnet Helnweins wüste Fantasie den Wüstling in einen Zähmling verwandeln würde. Indes interpretiert auch Jürgen Flimms Inszenierung die Geschichte vom Irrenhaus-Finale her, und das dürfte Helnwein besonders gereizt haben.
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Engler, 03. June 2001
STRAWINSKY'S TEUFELSWERK AN DER OPER
Welt am Sonntag
Das Haus an der Dammtorstrasse zeigt einen Klassiker der Moderne: Jürgen Flimm inszeniert "The Rake's Progress", Ingo Metzmacher dirigiert, und Gottfried Helnwein schuf das außergewöhnliche Bühnenbild. Der Maler, Fotograf, Bildhauer und Bühnenbildner Gottfried Helnwein gestaltet Bühne, Kostüme und Masken - nach Jörg Immendorff ist er der zweite Maler, der sich an die Strawinsky Oper wagt. Im Gegensatz zu dem Düsseldorfer Neuen Wilden geht Helnwein allerdings mit dem fotografischen Auge eines Kameramannes und mit großem Feingefühl als Kostüm- und Maskenerfinder zu Werke. "Was Gottfried Helnwein da gemacht hat, ist gewaltig," sagt der amerikanische Bassbariton David Pittsinger, ein erfahrener Strawinsky-Interpret, der in der Inszenierung den Teufel Nick Shadow singen wird. "Die Kostüme hat er als Maler entworfen, die Farben entsprechen den Klangfarben der Musik und denen der Figuren im Libretto," schwärmt der Sänger, dessen Lehrer Richard Cross noch selbst mit Strawinsky gearbeitet hatte.
Igor Strawinsky und Hamburg - das ist eine Geschichte inniger Verbundenheit. Alle wichtigen Werke des russischen Komponisten wurden in der Hansestadt gespielt, einige erlebten an der Elbe sogar ihre Uraufführung. "The Rake's Progress", die einzige abendfüllende Oper des Meisters, kam 1951 an die Dammtorstrasse. Jetzt wagt sich Jürgen Flimm, der 15 Jahre lang die Geschicke des Thalia Theaters lenkte, an das Werk. Premiere ist kommenden Sonntag. "The Rake's Progress" ist nach 20 Jahren Flimms erste Inszenierung an der Staatsoper.
Der "Werdegang eines Wüstlings", so die deutsche Übersetzung des Titels, wurde bisher in Anlehnung an Brecht meist als Nummernoper mit Stereotypen statt Menschen inszeniert. Der Geschichtenerzähler Flimm fasst das Stück dagegen naturalistisch auf - "vielleicht vergleichbar mit seiner 'Drei Schwestern'-Inszenierung am Thalia", meinte der leitende Dramaturg Christoph Becher. "Ihn interessieren die Menschen, die in den Figuren stecken, ihre Motive."
Der Maler, Fotograf, Bildhauer und Bühnenbildner Gottfried Helnwein gestaltet Bühne, Kostüme und Masken - nach Jörg Immendorff ist er der zweite Maler, der sich an die Strawinsky Oper wagt. Im Gegensatz zu dem Düsseldorfer Neuen Wilden geht Helnwein allerdings mit dem fotografischen Auge eines Kameramannes und mit großem Feingefühl als Kostüm- und Maskenerfinder zu Werke. Das Baseball-Cap tief in die Stirn und über den Rand der großen Brillengläser gezogen, die schwarze Bomberjacke hoch geschlossen, schleicht er zum Regiepult, wo sich Assistenten und Techniker, Schneider und Maskenbildner drängen.
"Was Gottfried Helnwein da gemacht hat, ist gewaltig," sagt der amerikanische Bassbariton David Pittsinger, ein erfahrener Strawinsky-Interpret, der in der Inszenierung den Teufel Nick Shadow singen wird. "Die Kostüme hat er als Maler entworfen, die Farben entsprechen den Klangfarben der Musik und denen der Figuren im Libretto," schwärmt der Sänger, dessen Lehrer Richard Cross noch selbst mit Strawinsky gearbeitet hatte. Cross wusste viel über die Absichten des Komponisten und gab dieses Wissen an seine Schüler weiter.
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ART newsroom.com, 06. December 2000
HELNWEIN
Joanna Hayman-Bolt
Any artist who sites Donald Duck and Jesus Christ as the most important influences in their art must be worth taking a look at.
In the row of pristine gallery fronts in London's Cork street, you cannot miss Gottfried Helnwein's show; it's the one with the gigantic Mickey Mouse staring out at you.
The Robert Sandelson Gallery has given us a stunning show of the infamous, Austrian born artist's recent work. Helnwein is on a mission to find the answers to questions that no-one in Austria would give him; such as why the post-war republic portrayed itself as a victim rather than as one of the first main perpetrators of Nazism.
It's rare to see such explicit confrontation with major social issues. References in art to such horrors as the two world wars and the Holocaust are usually made indirectly through symbolism or abstraction. Despite attention given to the users of shock tactics, the majority of contemporary artists shy away from figurative images which directly illustrate horrific social realities, preferring instead to use personal concerns or the heavy use of irony. This is where Helnwein differs. His photo realist paintings are strongly illustrative of the results (rather than the acts) of Nazi oppression in the Second World War.
Where do Donald Duck and Mickey Mouse come into all this? Helnwein uses the strategy, known to many film makers, of juxtaposition; take a serious "adult" phenomenon such as death or sex and place it together with a picture of childlike innocence and the mental disturbance to the viewer is increased ten fold. The use of children and cartoon characters have several functions. They are not just a filmic special effect, although the paintings are particularly uncomfortable to look at for this reason; they have particular relevance to the artist both in terms of his own experiences and his concerns with some of the muffled truths of the Second World War. Helnwein was born in Austria; a country that had willingly embraced Nazi Germany. For decades after it's defeat the Austrian population had great difficulty in coming to terms with the evil association. Helnwein felt that for this reason he had been brought up in a dysfunctional society.
The artist wrote of this time: "My childhood was a horror. Born right after the war, I lived in a world of deep depression and unlimited boredom . . . I never saw anyone laughing and I never heard anybody sing. I always felt I have (sic.) landed in limbo. A two-dimensional world without colours. My real life began when I got my first Mickey Mouse comic book from the Americans - when I opened a world full of three dimensions and wonders . . ."
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Artweek, 01. November 2000
'THE DARKER SIDE OF PLAYLAND: CHILDHOOD IMAGERY FROM THE LOGAN COLLECTION' AT SFMOMA
Celebrating 30 Years
Alicia Miller
In 'The Darker Side of Playland', the endearing cuteness of beloved toys and cartoon characters turns menacing and monstrous. Much of the work has the quality of childhood nightmares. In those dreams, long before any adult understanding of the specific pains and evils that live holds, the familiar and comforting objects and images of a child's world are rent with something untoward. For children, not understanding what really to be afraid of, these dreams portend some pain and disturbance lurking into the landscape.
Perhaps nothing in the exhibition exemplifies this better than Gottfried Helnwein's 'Mickey'. His portrait of Disney's favotite mouse occupies an entire wall of the gallery; rendered from an oblique angle, his jaunty, ingenuous visage looks somehow sneaky and suspicious. His broad smile, encasing a row of gleaming teeth, seems more a snarl or leer. This is Mickey as Mr. Hyde, his hidden other self now disturbingly revealed.
Helnwein's Mickey is painted in shades of gray, as if pictured on an old black-and-white TV set. We are meant to be transported to the flickering edges of our own childhood memories in a time imaginably more blameless, crime-less and guiltless.
But Mickey's terrifying demeanor hints of things to come.


Jewish Chronicle, London, 02. June 2000
HELNWEIN, ONE MAN SHOW, ROBERT SANDELSON GALLERY, LONDON, 2000
Julia Weiner
London show for Gottfried Helnwein, Artist's haunting Nazi-era Images
Austrian artist Gottfired Helnwein's powerful and haunting paintings provide a disturbing commentary on Nazism and the Holocaust, regularly provoking outraged reactions from right-wingers in his native land and in Germany. "I was amazed how much pictures could reach into the hearts and minds of people - and how much they would talk to me about it," he told the JC. "For me, art is like a dialogue. My art is not giving answers, it is asking questions."
But although his work has been exhibited widely throughout Europe, as well as in the United States, Russia and Japan, his current exhibition at Robert Sandelson's gallery in London's Cork Street is his first British one-man show.
Mr. Sandelson, who is Jewish, confessed to being "bowled over" upon first seeing Mr. Helnwein's paintings, in San Francisco last year.
The London exhibition includes a number of works based on traditional church altarpieces, one featuring Oswald Mosley and his blackshirt followers. Another depicts a group of SS officers adoring the Virgin and Child, intended to evoke the wartime relationship between the Nazis and the Roman Catholic church.
Fearing that people have become inured to the atrocities of the Holocaust, the artist seeks to elicit, indeed to provoke, a response from viewers.
Born in Vienna in 1948, he grew up asking questions about his country's recent past - questions his family were at pains not to answer.
It was not until he exhibited a portrait of Adolf Hitler alongside paintings of injured children, he recalled, that people began discussing the war with him. Mr. Helnwein's intention had been to suggest Hitler's responsibility for suffering. Yet he discovered that many viewers merely admired the portrait of the Nazi leader. . .
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REUTERS City, 20. May 2000
THE SHOCK OF THE REAL
John Hendry
A year or so back, an exhibition called Sensations caused a few upsets, first in London and then in New York. Central to the reaction was a large-scale portrait of a child-killer assembled from, if I remember correctly, the palm prints of children. So far, so bland. The shock element in art has been much talked about in the last five years but art that actually shocks has been thin on the ground during the same period.
Step forward then, Gottfried Helnwein.
By and large, if art is going to shock, it better have something shocking to say,and it's clear that Helnwein has found that.
The images on display at the Robert Sandelson Gallery (5a Cork Street, London W1) are eye-poppingly horrific. Several of Helnwein's big canvases depict officers in Nazi uniforms. On one scene, confident, well-groomed men gaze serenely and approvingly at what appears to be a naked infant Hitler, balanced on his mother's knee. In another, facially scarred war veterans are grouped round the limp figure of a child lying on a table with her legs dangling down lifelessly from the knees.
There's more. Of the remaining images, the majority depicts the remains of pickled foetuses from the eighteenth and nineteenth centuries, stored in Viennese museums. At about ten times life size (or, more accurately, death size) and rendered in a greenly yellow glow, these looks disturbingly alien. Their unstressed poses and closed eyelids suggest sleep rather than death.
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Haaretz, Israel, 02. April 2000
ISRAELI NEWSPAPER: ARTICLE ABOUT HELNWEIN
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TANK Magazine, London, 01. February 2000
THE AMERICAN PAINTINGS
Gottfried Helnwein
These paintings are about America, I guess from a very European point of view.
They're based on photographs, mainly newspaper photographs, of the Fifties and Sixties from archives in New York and L.A. Most people in these pictures are real people, caught in some long forgotten, petty events.
I rearranged the scenes, introduced new characters, and created new relationships and contexts. And then I painted them in black and blue.
That's how I remember America back then in the early Fifties in Vienna, where I was born. The big war had ended a few years ago, but the city still seemed undecided as to whether this was the end of the world or if life should go on.
It was a strange, sad and surreal world. The streets were empty, the houses dark - many of them in ruins from the bombings. The few people I saw seemed ugly, clumsy, and depressed.
I never saw anybody laughing and I never heard anybody sing. It was a world without sound and colour. Everything moved in slow motion, like slime. We had no phones, no television, no cars, no music, no pictures, except the paintings of tortured people in the Roman Catholic church which made a deep impression on me, haunting me in the sleepless nights of my childhood limbo.
And then, without any warning, suddenly there was America. When I saw the first picture of Elvis I was in a state of shock, because I couldn't believe that a human being could be so beautiful.
That was the beginning of the never-ending flood of American images that suddenly came over us and started to penetrate and transform everything.
The world that we inherited from our parents was a depleted, exhausted, and empty place. Most of the artists, writers, and intellectuals had left the country or were dead. The museums had been looted by the Nazis and everything that they called "degenerate art" was gone. All the books had been burned. And now all the images, pictures and designs of the Third Reich that had suffused everything for so many years had also been trashed overnight. It was a pretty empty place now.
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Kleine Zeitung Graz, 13. June 1999
MAGIE DES ZÖLLNERS
Frido Hütter
Helnwein, der Meister des Grauens auf den zweiten Blick, zeigt bei einer Personale in Krems verstörend intensive Grossformate. Estmals wieder seit fast zehn Jahren.
Der Größte der Kleinen misst 10,5 mal 7 Meter. Es ist ein Hydrocephalus, im Volksmund Wasserkopf genannt und kaum dem Embryonalstadium entwachsen. Im Pathologischen Museum zu Wien beheimatet, scheint der kleine, tote Mensch über die Windungen Gottes wundersamer Wege zu träumen.
Gottfried Helnwein hat ihn fotografiert, sein Konterfei auf 75 Quadratmeter vergrößert und in die Apsis der Kremser Dominikanerkirche gehängt.
Seit mehr als 200 Jahren, seit Josef II. das anliegende Kloster schließen ließ, war der gotische Kirchenraum für verschiedenste Zwecke entfremdet. Zuletzt hat ihn die Feuerwehr benützt und über einer Zwischendecke sogar Dienstwohnungen gehabt. Nun, dank Helnwein's Großformat, ist es, als stünde hier wieder ein Altar. Jenen gewidmet, die von Haus aus so mühselig und beladen waren, dass sie Gottes Herrlichkeit ohne großen Umweg über irdische Jammertäler gleich schauen durften.
"Apokalypse" ist der Übertitel jener Schau, die Alf Krauliz, alter Bekannter des Malers und Intendant des "donau festivals", für Krems initiiert hat und damit für die erste österreichische Helnwein-Personale seit fast zehn Jahren sorgte. In eben dieser Zeit hat sich das "donau festivals" zu einer beachtlichen Mustermesse der Gegenwartskunst entwickelt: Crossover-Musik, Tanzperformances, Literatur und Kabarett werden dem Publikum geboten. Und das mit einem Gesamtbudget von 25 Millionen Schilling, "einem Siebtel dessen, was die Wiener Festwochen zur Verfügung haben", wie Intendant Krauliz nicht ohne Groll, aber auch stolz anmerkt.
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Ober-Österreichische Nachrichten, 01. June 1999
ERKLÄRUNGEN ZUR KUNST SIND SINNLOS
Interview: Maler Gottfried Helnwein zu seiner "Apokalypse" in der Dominikanerkirche Krems.
Irene Judmayer
Gigantische Kulisse für eine irritierende Schau großformatiger Bilder:Der 1948 in Wien geborene Maler Gottfried Helnwein zeigt in der sakralen Wucht der Dominikanerkirche Krems seine "Apokalypse". Einen Bild-zyklus anläßlich der "Großen Prophezeiungen", heuer Motto des nö. Donaufestivals. Die OÖN sprachen mit dem Künstler, der seit 1997 in Irland lebt und einer der International (u.a. in Japan, China, Finnland, USA, Russland) präsentesten aktuellen Maler Österreichs ist. Erstmals seit sechs Jahren stellt er wieder in seiner Heimat aus.
OÖN:
Die Thematik der Apokalypse war immer Teil Ihrer Arbeit. Warnung, Aufzeigen von Gegenwart oder Endzeitvision?
Helnwein:
Nein, nein. Ich will weder aufzeigen noch erklären. Ich denke, daß dieses Thema einfach etwas erfaßt, das stets da war in der Menschheitsgeschichte. Die mögliche Katastrophe, die mögliche Endzeit. Das hat es immer gegeben. Ich mache meine Bilder intuitiv, will niemanden belehren, niemandem irgendwelche Antworten geben.
OÖN:
Was ist für Sie das Spannende an dieser Ausstellung?
Helnwein:
Das Aufregende ist, daß ich da einen phantastischen Raum zur Verfügung habe.
Die Dominikaner wurden hingeschickt, um mit Ketzern und Andersgläubigen sehr brutal "fertig" zu werden. Waren die Jesuiten mehr die intellektuelle Elite, so verkörperten die Dominikaner die ideologische Sturmtruppe, eine Art SA der Kirche.
In so einem Raum, der tausend Jahre Geschichte trägt und so gigantische Dimensionen hat, eine Ausstellung machen zu können, ist für mich sehr spannend.
OÖN:
Worin liegt die Schwierigkeit, dieser architecktonischen und inhaltlichen Kraft überhaupt entsprechend begegnen?
Helnwein:
Es gilt, dieser Macht etwas entgegenzusetzen, das dem Raum eine neue Spannung vermittelt. Das birgt sowohl Gefahr als auch Chance. Der Raum ist eine echte Herausforderung, weil er durch seine Höhe fast alles im Keim erstickt.
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profil, Wien, 31. May 1999
DASS DIE GESELLSCHAFT DIE KUNST FÜRCHTET
Horst Christoph
Interview. Gottfried Helnwein über seine späte Entdeckung der Renaissance und den Performance-Künstler Muhammad Ali.
Helnwein:
"Mich hat der ganze Kulturbetrieb nicht interessiert.
Mich haben von Kind an Comics interessiert und Musik, die Rolling Stones und Jimi Hendrix, und ich habe mir immer gesagt, so müsste man auch malen können. Ich habe natürlich am Anfang Bilder gemacht, die ausgestellt werden sollten, aber ich habe immer das Gefühl gehabt, das kann's nicht sein."
profil:
Sie sind Anfang der siebziger Jahre mit dem Satz zitiert worden "Ich habe von Walt Disney mehr gelernt als Leonardo da Vinci". Ein damals provokantes Statement für einene Absolventen der ehrwürdigen Wiener Akademie der bildenden Künste am Schillplatz. Unterschreiben Sie den Satz heute noch?
Helnwein:
Er stimmt nur noch zum Teil. Ich sehe die Dinge heute viel differenzierter.
profil:
Es ging um die Grenzen zwischen E- und U-Kunst, zwischen sogenannter ernster und sogenannter Unterhaltungskunst, die Sie strikt ablehnten?
Helnwein:
Das hat für mich mehr denn je Gültigkeit.
Alles, was ich inzwischen erlebt habe, bestätigt, dass diese Unterscheidung willkürlich und falsch ist.
Es gab da inzwischen im Museum of Modern Art in New York diese Ausstellung "High and Low". Da sind die Kunstexperten von ihrem Olymp heruntergestiegen und haben die Comics genauso Ernst genommen wie die Kultbilder, zu denen sie Roy Lichtenstein aufgeblasen hat. Der "Witzezeichner" Robert Crumb wurde plötzlich als grosser Künstler entdeckt, dessen Arbeiten heute immense Preise erzielen. Oder nehmen Sie den Grenzgänger Oliviero Toscani mit seinen Benetton-Plakaten - das ist aufregender als vieles, was in den grossen Museen hängt.
profil:
Was hat Sie selbst zur U-Kunst oder Low-art gebracht?
Helnwein:
Mich hat der ganze Kulturbetrieb nicht interessiert.
Mich haben von Kind an Comics interessiert und Musik, die Rolling Stones und Jimi Hendrix, und ich habe mir immer gesagt, so müsste man auch malen können.
Ich habe natürlich am Anfang Bilder gemacht, und die sollten ausgestellt werden, aber ich habe immer das Gefühl gehabt, das kann's nicht sein. Und dann kam diese Idee, ein Cover zu machen, für Profil. Das war für mich so eine Sternstunde. Ich habe gedacht, das ist phantastisch, da liegt mein Bild in jeder Trafik (=Kiosk) und jeder, der dort mit fadem Auge seine Zigaretten kauft, muss wenigstens kurz draufschaun.
Ich habe das als eine Ausstellung gesehen, die in ganz Österreich läuft.
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Deutschlandradio, 30. September 1997
47. BERLINER FESTWOCHEN, HAMLETMASCHINE VON HEINER MÜLLER IN DER BERLINER ARENA
Ich hätte gern diese Vorstellung verlassen,...
Kulturzeit - 9.05 Uhr
Heinz Benfitzsch
Vor Jahren war Robert Wilson mit seiner Interpretation der HAMLETMASCHINE zu den Berliner Festwochen eingeladen.
Wilson bezwang den Text durch überstilisierten Ästhetizismus. Die Kritik feierte seinen Formalismus und sein Lichtdesign. Das Westberliner Schaubühnenpublikum (die Mauer stand damals noch) war begeistert von Wilsons gestylten Standbildern und seinem designten Licht. Den Urschrei in der HAMLETMASCHINE verspürte keiner. Diese HAMLETMASCHINE beunruhigte keinen. Fastfood für Intellektuelle, ohne Kanten und Tiefe, ohne die Wut des Autors.
Ein schöngeistiger Event, ohne den zerrissenen Background der Entstehungsgeschichte, ohne den "Ruf nach mehr Freiheit" aus dem "der Schrei nach dem Sturz der Regierung wird". Das beruhigende dieser HAMLETMASCHINE war, daß sie nichts wollte, außer anders sein.
Nun wieder HAMLETMASCHINE; die Mauer gibt es nicht mehr, die Berliner Festwochen immer noch, Robert Wilson ist Weltstar geworden und noch harmloser als er schon immer war.
Schon im Vorfeld löste diese Münchner Produktion Unruhe und Bewegung aus.
Grund war ein Bild, "Epiphanie", des Wiener "Blut und Schockmalers" Gottfried Helnwein, Teil seines Bühnenbildes für die Münchner HAMLETMASCHINE.
Die Witwe eines auf dem Helnwein-Gemälde abgebildeten SS-Offiziers versuchte in München gegen das Bild eine einstweilige Verfügung zu erwirken, der nicht stattgegeben wurde. Aufgrund von verschiedenen Bürgerinitiativen in Berlin verboten die "Berliner Festwochen" eines der beiden Plakate von Gottfried Helnwein um ihr "Highlight" HAMLETMASCHINE "nicht zu gefährden".
Auf dem Plakat ist das Opfer einer Gewalttat zu sehen, ein 10-jähriges Mädchen.
Noch bevor die Inszenierung in Berlin zu sehen war beschäftigten sich Medien, Bürger, Politiker und Rechtsanwälte damit.
Hauptinitiator dieser Münchner Höllenmaschine ist der Berliner Regisseur Gert Hof. Er wählte für den Gastspielort kein festspielerprobtes Staatstheater, sondern entschied sich für die legendäre Berliner Stahlhalle ARENA, ein ehemaliges Busdepot in Treptow, 7000 Quadratmeter groß. Kein unbekannter Ort für Regisseur Gert Hof, hier inszenierte er im September vergangen Jahres mit der momentan spektakulärsten deutschen Band RAMMSTEIN, "100 Jahre Rammstein". Diese RAMMSTEIN Performance endete in einem Inferno, ein fünf Meter langes brennendes Stahlsegment stürzte in Menge.
Hof fährt schweres Gerät für seine HAMLETMASCHINE auf: das französische Stahlgewitter, LES TAMBOURS DU BRONX, den dunkelsten und lautesten Kultgitarristen Deutschlands CASPAR BRÖTZMANN, die skandalsichere Popikone GOTTFRIED HELNWEIN und den Film- und Fernsehfinsterling RALF RICHTER als Hamlet. Hof gilt in der Theaterwelt als kompromissloser Zertrümmerer, ein Grenzgänger zwischen Theater und Rock and Roll. Hof und Helnwein, die seit einiger Zeit zusammenarbeiten, haben einen gemeinsamen Nenner gegen das Publikum gefunden: Krieg.
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Münchener Merkur, Kultur, 13. September 1997
HAMLET, HEINER, HOF, HELNWEIN
Malve Gradinger
Münchener Muffathallen-Produktion und die Geschichte eines Bildes und einer Witwe.
In einen dreißigseitigen "Brief an die Menschlichkeit" der Münchener Muffathallen-Produzenten appellierend, bat sie jedoch um Entfernung des fotorealistischen Gemäldes (links vorne SS-Standartenführer und Hitlers persönlicher Adjutant Max Wünsche, im Brief von der Witwe plötzlich zurückgestuft zum jungen, unbedarften Frontsoldaten) aus Gerd Hofs Inszenierung "Hamletmaschine".
Schon wegen dieser in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen furchtbaren deutschen Verdrängung war die "Hamletmaschine" (noch heute 20.30 Uhr) natürlich mit der kompletten Ausstattung des Wiener Malers ungeheuer wichtig. Und Hof und Helnwein haben da mit der trommelnden "Gewalt-Maschine" der französischen Kultband Tambours du Bronx vor allem etwas beim jüngeren Publikum aufgerissen, das am Ende jubelte.
Tatsächlich, wenn diese 14 Kraftwerke, hinten oder seitlich wie in kleinen Käfigen, ihre schweren Holzschlegel auf die Ölfässer sausen lassen, wird der große, nackte, düstere Raum zu einem unentrinnbaren Ort der Gesichts- und Gefühllosigkeit, der hirnlosen Gewalt und Gefangenschaft.
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Süddeutsche Zeitung, 12. September 1997
HITLER IST BESSER ALS MUTTER MARIA
Nazi-Witwe fühlt sich durch Helnwein-Bühnenbild verunglimpft
Reinhard J. Brembeck
"Wir werden eine Zensur dieses Stückes durch NS-Nachfahren nicht hinnehmen." In der Muffathalle brodeln die Emotionen.
Denn die für den kommenden Donnerstag angesetzte Premiere von Heiner Müllers "Hamletmaschine" scheint gefährdet. Weil Gottfried Helnweins Bühnenbild für die Schlußszene einen geradezu absurden Rechtsstreit auszulösen droht.
Denn Ingeborg Wünsche, die Witwe des im Bild "Epiphanie" vorne links stehenden Mannes in Naziuniform mit SS-Runen sowie Totenkopf auf der Mütze, fühlt durch dieses Gemälde Helnweins ihre Persönlichkeitsrechte "im äußersten Maße verletzt". Sie nennt das Bild "Fälschung".
Fälschung eines Photos, das Helnwein in den Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek entdeckt hat. Dort sieht man statt Mutter Maria mit Kind Adolf Hitler.
Dieses Originalphoto zu veröffentlichen, das ihren Mann mit dem größten Schlächter der Menschheitsgeschichte zeigt - dagegen hätte Ingeborg Wünsche nichts einzuwenden.
Hitler jedoch durch Mutter mit Kind ersetzt zu sehen, das geht für sie zu weit. Schließlich könnte man da eine Art Kinderbegutachtung und Rassenwahn hineininterpretieren und das will Frau Wünsche auf keinen Fall.
So zumindest hat sie es Muffathallenchef Dietmar Lupfer am Telephon erklärt. Doch für die Redaktion war Frau Wünsche nicht erreichbar, weil sie ihr Telephon durch Faxgerät ersetzt hatte und auch nicht auf ein Fax reagierte.
Bis heute läßt Ingeborg Wünsche den Muffathallenbetreibern Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben, in der sie darauf verzichten, jenes Helnwein-Gemälde zu verwenden, das als Bühnenbild auf acht mal fünf Meter vergrößert erscheint. Sonst werde sie eine einstweilige Verfügung gegen die Produktion erreichen. "Wir können ihrem Wunsch nicht entsprechen," formuliert Dietmar Lupfer die Position der Muffathalle. Schließlich liefe es auf Zensur hinaus, wenn die Produzenten den Künstlern vorschreiben würden, was passiert und was nicht.
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Abendzeitung, München, 09. September 1997
"EIN GUTER MANN"
Tim Pröse
Der Streit um Helnweins Bühnenbild für die "Hamletmaschine"
Eine Witwe ruft nach Zensur. Mit Gewalt, Hass und der Macht der Diktatur setzt sich die "Hamletmaschine" von Heiner Müller auseinander - so wie auch das Bühnenbild des Wiener Künstlers.
Das passt der Witwe des in schwarzer Totenkopfuniform abgebildeten SS-Mannes nicht. Die Münchnerin Ingeborg Wünsche will das Bühnenbild heute per einstweiliger Verfügung verbieten lassen. Die Muffathallen- Betreiber und deren Anwalt Günter Seefelder aber wollen "bis in die letzte Instanz" gegen die Zensur kämpfen.
Gebannt schaut er seinen Führer an, bewundernd haftet der Blich des SS-Standartenführers Max Wünsche auf Hitler. Gerade hat Wünsche ihm neue Rüstungspläne vorgelegt. Der Diktator studiert sie. Hitler sieht man nicht mehr auf Gottfried Helnweins Ölbild "Epiphanie", dessen Kopie jetzt in der Muffathalle steht - seinen Gefolgsmann und Adjudanten Wünsche schon.
Das Gemälde ist ein Teil des Bühnenbildes von Heiner Müllers "Hamletmaschine", die Gert Hof am 11.9, in der Muffathalle inszeniert. Helnwein verfremdete das historische Foto, malte statt Hitler eine Madonna mit Kind, Acht mal fünf Meter gross wird es gegen Schluss des Stückes auftauchen, dazu ertönt die "'Matthäuspassion: "Gebet acht!" Mit Gewalt, Hass und der Macht der Diktatur setzt sich die "Hamletmaschine" von Heiner Müller auseinander - so wie auch das Bühnenbild des Wiener Künstlers.
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Applaus, Kultur-Magazin, 01. September 1997
ICH BIN NICHT HAMLET
"Hamletmaschine" in der Muffathalle. Bühnenbild: Helnwein
(Cover-story)
Axel Sanjosé
Helnwein gestaltet das Bühnenbild zu Heiner Müllers "Hamletmaschine" in der Regie von Gert HofWer kennt sie nicht, die mit verzertem Ausdruck, bis zur Unkenntlichkeit mit Verbandsmaterial zugeklebten Köpfe, in die sich gabelänliche Metallklammern bohren. Gottfried Helnweins Bilder provozieren, erregen Abscheu, ja Empörung bei vielen, die mit der dargestellten Brutalität nichts anzufangen wissen, die nur Ekel empfinden vor diesen scheinbar sinnlosen Zeugnissen von Gewalt.
Aber eben darum geht's: um Gewalt. Und es gehört kein kunsttheoretisches Wissen dazu, um zu erkennen, daß Helnweins Arbeiten alles andere als willkürliche Schocker sind, die auf sadistischen Voyerismus setzen. Ganz im Gegenteil: diese Bilder sind Manifeste für die Opfer von Mißbrauch, von staatlicher Unterdrückung, von Intoleranz und dumpfer Aggression. Die Schonungslosigkeit, mit der Helnwein den Täter-Opfer-Mechanismus thematisiert - sei es im Blick auf die Gequälten, sei es im Einfangen einer Atmosphäre der erbarmungslosen Kälte -, ruft Befremden und Abwehrreaktionen hervor, die sich des öfteren als Skandale niedergeschlagen haben.
Dagegen leuchtet die Affinität zwischen Helnwein und Heiner Müllers "Hamletmaschine" unmittelbar ein, nicht nur weil am Ende, wie es die Regieanweisung verlangt, Ophelia in Mullbinden geschnürt wird. Die gewalttätige Sprache des Ende 1995 verstorbenen Dramatikers und Regisseurs bohrt sich, statt wie bei Helnwein mit chirurgischen Instrumenten, mit Worten in das Fleisch. Auch hier geht es um Opfer, allerdings um Opfer, die sich wheren und in der Wahl ihrer Mittel die Brutalität ihrer Umwelt widerspiegeln. Hamlet will seine Mutter vergewaltigen, töten und "die Leiche in den Abtritt stopfen". Täter und Opfer sind kaum noch unterscheidbar, alle haben "Gedanken, die voll Blut sind."
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Kommersant Daily, Russia, 12. June 1997
EXHIBITION IN THE STATE RUSSIAN MUSEUM, ST PETERSBURG
Gottfried Helnwein- Retrospective in the State Russian Museum, St Petersburg
Frontpage
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mtv.com, mtv news online, 04. April 1997
FLORIA SIGISMONDI DISCUSSES HER DARK AESTHETIC
David Bowie
MTV: Sigismondi and Bowie both acknowledge lifting the imagery in his "Dead Man Walking" video from the work of the English painter Francis Bacon.
The look of Floria's most noted video to date, though, "Beautiful People," although it owes a debt to Austrian painter Gottfried Helnwein, was pretty much the inspiration of the artist, Marilyn Manson.
KURT:
The new wave of rock-video grotesquerie isn't new at all, actually, the Austrian painter Gottfried Helnwein, whose self-portrait adorned the cover of an album by the German band Scorpions some years back, was doing images of medical horror twenty years ago,
and no one in rock has gone as far down the road to happy depravity as photographer Joel Peter Witkin, whose deeply disturbing work, which you might best seek out on your own is much admired by Nine Inch Nails leader Trent Reznor, no slouch at images of icky sickness himself.
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Kölner Stadt Anzeiger, 10. October 1996
EIN MÄDCHENKOPF FÜR SANKT PETERSBURG
Peter Ludwig schenkte Museum Helnwein-Bilder
Lothar Deeg
"Anna aus, ich glaube, Kiel", war die unübersehbare Hauptfigur bei der Eröffnung der Ausstellung des österreichischen Malers Gottfried Helnwein im Russischen Museum in Sankt Petersburg.
Wenn Kunst aus dem Westen den Weg nach Russland findet - um dort zu bleiben -, stehen zwei den Petersburgern inzwischen wohlbekannte Namen dahinter: Irene und Peter Ludwig, die dem Russischen Museum wieder eine Schenkung gemacht haben. Sie ist nicht so umfangreich wie 1995, als mit der Übergabe von zunächst 33 Werken berühmter Künstler aus den vergangenen zwei Jahrzehnten der Grundstock für die als globale kunsthistorische Lehrschau konzipierte "Sammlung Ludwig im Russischen Museum" gelegt wurde. Diesmal handelt es sich nur um drei Bilder.
Keine Errinnerung
Doch war das Geschenk immer noch so gross, dass es in den Räumen der Ludwig-Stiftung im Marmorpalast nicht unterzubringen war: Sechs Meter hoch und vier Meter breit ist das Porträt der verträumten neunjährigen Anna, an deren Heimatstadt sich Helnwein nicht mehr erinnern konnte. Oder nicht erinnern wollte, denn das Bild "Kindskopf", das einen unbekannten, hübschen, sehr jungen Menschen zeigt, steht stellvertretend für alle Kinder, die noch ein ganzes Leben vor sich haben. Mit jeder seiner exakt gezeichneten Hautporen und jeder Wimper ist dieses Kind Subjekt - und nicht nur einfach Objekt für einen Maler, der Gigantismus mit Detailversessenheit kombiniert.
"Menschlichkeit im Riesenmass", interpretierte Ludwig das Bild.
Kinder als Thema seiner Arbeit haben es Helnwein schon immer angetan - trotz des Selbstpoträts mit Wundhaken in den Augen, einer Horrorvision, die als allgegenwärtiges Jugendzimmer-Poster und Scorpions-Plattencover Karriere machte. Mit Begeisterung berichtet er von seinen Erlebnissen im Russischen Museum bei einem früheren Petersburg-Besuch: Lehrerinnen hätten den andächtig zuhörenden Kinderscharen voll Hingabe ein Kunstwerk nach dem anderen erklärt, woraufhin die Kinder die Gemälde "mit Inbrunst" betrachteten.
"Unvorstellbar bei uns im Westen, dort wären die Kinder nach dem zweiten Bild genervt", wandte sich Helnwein an seine russischen Premierengäste. Im Spät-sommer möchte er deshalb nach St. Petersburg zurueckkommen und "die schönsten Kindergesichter, die ich je gesehen habe", in einer grossangelegten Aktion zunaechst fotografisch durchporträtieren.
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fotoMAGAZIN, 01. May 1996
FOTOGRAFEN UND MALER
Interview mit dem Kunstsammler Peter Ludwig
Kunstmarkt
AEM
Die Kunstsammler Irene und Peter Ludwig gehören zu den wichtigsten Sammlern moderner Kunst. Ohne das Engagement von Professor Ludwig und seiner Frau wäre Köln "kunstärmer". Das nach Mäzen Ludwig benannte Ludwig-Museum widmet sich auch der modernen Fotokunst. Derzeit wird eine maßgebliche Fotokunst-Ausstellung vorbereitet. Grund genug, den berühmten Sammler Mäzen zu seinem Verhältnis zu Fotokunst zu befragen.
fm:
Wozu denn so etwas wie die Arbeiten von Richter oder Helnwein, die Lexikonfotos abmalten?
Ludwig:
Der Künstler benutzt die Fotovorlagen, um daraus Bilder zu machen - und das ist etwas, was es schon im 19. Jahrhundert gab. Lehnbach hat seine berühmten Porträts der Zeitgenossen nach Fotos gemalt. Richter und Helnwein haben den Fotovorlagen einen zusätzlichen Akzent gegeben - sie haben sie in Bilder umgesetzt und nicht kopiert.
fm:
Sie haben sich als renommierter Kunstkenner auch mit Gemälden beschäftigt, die nach Fotos gemalt wurden - etwa von Malern wie Gerhard Richter und Gottfried Helnwein. Beide haben Porträts gemalt "wie fotografiert" - was reizt Sie daran?
Ludwig:
Das Foto ist seit der Erfindung der Fotografie ein wesentliches Medium auch für die Maler. Der ganze Impressionismus ist undenkbar ohne Fotografie. Der Bildaufbau der Impressionisten kommt von der Fotografie. Und bedeutende Impressionisten waren auch bedeutende Fotografen.
fm:
Trotzdem: Wozu denn so etwas wie die Arbeiten von Richter oder Helnwein, die Lexikonfotos abmalten?Ludwig: Der Künstler benutzt die Fotovorlagen, um daraus Bilder zu machen - und das ist etwas, was es schon im 19. Jahrhundert gab. Lehnbach hat seine berühmten Porträts der Zeitgenossen nach Fotos gemalt. Richter und Helnwein haben den Fotovorlagen einen zusätzlichen Akzent gegeben - sie haben sie in Bilder umgesetzt und nicht kopiert. . .
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Sonntagszeitung, Zürich, 11. December 1994
"WIE EINER DER GROSSEN MEISTER DER RENAISSANCE"
Roger Anderegg
DER ÖSTERREICHISCHE MALER UND FOTOGRAF MACHT SICH FÜR DIE ANERKENNUNG DER DISNEYSCHEN SCHÖPFUNG ALS KUNST STARK. Helnwein, 46, ein Meister der Provokation, hält Walt Disney für so bedeutend wie Leonardo da Vinci und Rembrand.
SZ: Herr Helnwein, was hat dieses Jahrhundert Walt Disney zu verdanken?
HELNWEIN:
Walt Disney hat völlig neue Medien entwickelt, den Comic-strip, wie wir ihn heute kennen, den Zeichentrickfilm, Disneyland - eine neue ästhetische Sprache - insgesamt eine völlig neue Kunstform dieses Jahrhunderts, so wie Leonardo da Vinci oder Rembrandt ihr Jahrhungert prägten
SZ:
Leonardo, Rembrandt und Disney in einem Atemzug - das ist wohl eine Helnweinsche Provokation?
HELNWEIN:
Überhaupt nicht! Disney hat ja genauso gearbeitet wie die grossen Meister der Renaissance, nach dem Werkstattprinzip, wo der Meister, - eine Art Universalgenie, neue Welten, Universen erschafft, die dann von einem Heer von Künstlern realisiert werden.
SZ:
Die Bedeutung von Walt Disney als Universalgenie blieb uns bisher verborgen.
HELNWEIN:
Dass grosse Neuerungen zur Zeit ihrer Entstehung verkannt werden, war in der Kunstgeschichte immer so. Trotzdem hat seine Kreation unsere ästhetischen Werte verändert. Und inzwischen haben viele Menschen die Bedeutung von Disney erkannt. Sie strömen in Massen in Disney-Filme und konsumieren zu Millionen die Comics.
SZ:
Deshalb wird das alles auch längst industriell hergestellt.
HELNWEIN:
Was stört Sie daran? Auch in den Werkstätten der Renaissance wurde industriell gefertigt. Rembrandt und Rubens zum Beispiel haben viele Künstler ausgebildet, damit sie exakt in ihrem Stil und nach ihrem Standart arbeiten, Viele Bilder die ihnen heute zugeschrieben werden, haben sie gar nicht gemalt - die haben ihre Schüler gemalt - die Meister haben nur signiert.
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The Gazette, Montreal, 1994
ART
CENT JOURS BEGINS NINTH SEASON
Ann Dunkan
Only a decade ago, Claude Gosselin and his fledgling Centre International d'Art Contemporain de Montreal organized the film, video and visual arts component of the splashy celebrations in QUebec City to mark the 450th anniversary of the arrival in North America of Jaques Caetier.
From there, Gosslin, a former museum curator, and CIAC in 1985 went on to stage the first Cent Jours d'Art Contemporain, a kind of festival celebrating the richness and inventivness of progressive art.
The event-unique in Canada has always taken a decidedly international approach, with Les Cent Jours combining the best and the brightest of what's happening in Canadian contemporary art with top-calibre work from abroad. The results, while uneven at times, have been controversial, provocative and deeply stimmulating in a way that many museum exhibitions often fail to be.
And Gosselin and CIAC have managed to cobble all this together through generous corporate donations, the solid backing of Quebec's contemporary artists and the creative use of government job-training grants.
But this week, as a sure sign CIAC's coming of age, Gosselin inaugurated a wondrous new exhibition space at 314 Sherbrooke St.E., showed off CIAC's new - and now permanent - headquaters above the exhibition hall and unveiled fife seperate exhibitions that are part of the ninth and latest Cent Jours. As part of this package, Gosselin also announced that CIAC planned to operate year-round, with exhibitions being held more or less on a continual basis. In the past , CIAC has held shows only sporadically outside of the Ceny Jours festival each fall. "Finally," Gosselin said in an interview in the new hall's seven-metre-high space,"CIAC is becoming a true centre."
To inaugurate the new exhibition space, which has to be one of the most dramatic in the city, Gosseline chose a powerful show of black-and-white fotographs by the Viennese born German artist Gottfried Helnwein. Helnwein's work is everything that Annie Leibovitz's, shown last spring at the Montreal Museum of Fine Arts, is not. While both shoot celebrities - Helnwein's subjects include Keith Richards, Michael Jackson, Mick Jagger, William S. Burroughs and an extremely wasted Andy Warhol - Helnwein's work is concentrated psychological rather than the gimmicky and the theatrical.
Helnwein shoots his subjects closely cropped and head on; there is usually nothing besides the subject's highly detailed face and Helnwein's stark, hard-edged high contrast and almost retro lighting.
Leibovitz, on the other hand, relies on showmanship and manipulating her famous subjects into bizarre and even ridiculous poses.
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Die Welt, 29. March 1993
FOTO-AUSSTELLUNG IN BONN: "GOTTFRIED HELNWEIN FACES"
L. Fritz Gruber
Bonn - Die überlebensgrossen, vorwiegend schwarzweissen Porträts internationaler Prominenter würden den Autor der Horror-Selbstbildnisse mit dem aufgerissenen Mund, "Der letzte Schrei", nicht verraten, wären sie nicht auch, gewissermassen als Kennzeichen dabei: Hautnah sind von Gottfried helnwein die den Rahmen von 99 x 55 Zentimetern fast sprengenden Köpfe der bildenden Kunst, der ausübenden Musik, der Literatur, der Bühne und der Politik gestaltet und präsentiert. Sie springen einen an, unausweichlich, oft in dramatischem Licht, bisweilen frontalausgeleuchtet.
Es kommt Helnwein zustatten, dass er kein Fotograf ist und für ihn überkommene Lehr-Regeln nicht gelten. Er geht spontan und doch überlegt auf seine Modelle zu und holt sie ganz nach vorne. So begegnet man ihnen hautnah: dem Löwenhaupt des Schriftstellers Norman Mailer, dem geglätteten Kindergesicht des Singstars Michael Jackson, dem klugen Blick des Naziverfolgers Simon Wiesenthal und dem fetten Lachen des Präsidenten Lech Walesa.
Und hält man sie als grossformatigen Katalog in der Hand, erkennt man: Nie war eine derartige Gesellschaft von 32 kreativen Weltfiguren so übermaechtig zwischen zwei Buchdeckeln versammelt. Dabei folgen von einigen, etwa dem Rock-Gitarristen Keith Richards wie, bei anderen, wie dem Schriftsteller William S. Burroughs, drei und bei dem Pop-Künstler Andy Warhol zwei Versionen, als wolle Helnwein bekunden, dass eine Aufnahme kaum umfassend informativ sein kann. Den Gedanken greift Burroughs im Geleitwort auf: "Es ist ein grundlegender Irrtum, dass irgendein menschliches Gesicht zu irgendeinem Zeitpunkt mehr oder weniger gleich aussieht wie dasjenige einer Statue. In Wirklichkeit ist das menschliche Antlitz von Augenblick zu Augenblick so verschieden wie ein Bildschirm, auf welchem Bilder von innen und aussen projiziert werden."
Aber dann folgt doch dreimal mit verhaltener Ironie der umstrittene Bildhauer Arno Breker, einmal skeptisch blinzelnd, dann gar mit vorgehaltenem Konterfei von Joseph Beuys und zuletzt farbig im Profil seinen gigantischen, geisterhaft-grünen "Super-Dali" betrachtend. Die einzige Frau: Leni Riefenstahl. Die gleichen dunklen Augen wie 1933, den Mund zu einem verlegenen Lächeln verzogen in einer Faltenlandschaft - Vergagenheit im Heute.
Natürlich möchte man wissen, wie Helnwein sich von anderen bedeutenden Kameraporträtisten unterscheidet. Er vermeidet die Idealisierung eines Yousuf Karsh, die Entblössung eines Richard Avendon, das kühl-komponierte grafische Arrangement eines Irving Penn. Helnweins Stil ist die freie Auswahl seiner Modelle, wobei sich jedes Bild zu einer neuen persönlichen Auseinandersetzung mit seinem Gegenüber formt.
Sein Stil ist die Freiheit der Annäherung. Kein eintöniges Schema, sondern immer faszinierende Premieren.
So entstehen nicht PR-Fotos; vielmehr wird eine Art Ikone besonderer Zeitgenossen einprägsam beschworen. Drei Essayisten - zwei davon auch visuell anwesend - sind als fesselnde Beigaben im Bildband bemüht, das Undeutbare bei Helnwein mit Worten aufzuspüren.
Aber der unmittelbare Appell der "Faces" sebst ist stärker als Worte.
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Süddeutsche Zeitung, 26. July 1991
ONLY ROCK 'N' ROLL
Interview mit Keith Richards
Keith Richards Portraits von Gottfried Helnwein
Christian Kämmerling
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Die Zeit, 09. May 1990
TRÄNEN FÜR DIE REVOLUTION
Johann Kresnik inszeniert ein schrilles Requiem auf die DDR
Rolf Michaelis
Alles wild durcheinander. Neunzig pausenlose Minuten einer Revue. Und doch ist hinter allem Lärm der Ton einer großen Klage zu hören. Lauter Grimassen, um Tränen zu verbergen.
Im Kleinen Haus des Staatstheaters Stuttgart inszeniert der Erfinder des "Choreographischen Theaters", der Österreicher Johann Kresnik, das Drama in zwei Akten von Peter Weiss aus dem Jahr 1963. "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dergestellt durch die Schauspielgruppe der Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade," als Spektakel. Das Lehrspiel von der Revolution, das andere Regisseure in drei oder vier Stunden enfalten, aus dem Peter Brook erst eine große Inszenierung, dann einen abendfüllenden Film gemacht hat, rast in Stuttgart in anderthalb Stunden vorbei - und dabei hat Kresnik noch Zeit für seinen Kurzfilm und für Gesangseinlangen von gewollter Geschmacklosigkeit.
Schockierend schon das Plakat, das der für Bühnenbild und Kostüme verantwortliche, als Maler im photorealistischen Stil bekannt gewordene Wiener Gottfried Helnwein entworfen hat: das ins Grobe vergrößerte Presse-Photo des in einer Blutlache liegende Kopfes von Oskar Lafontaine. Rot eingeblendet die Schreck-Meldung: "Das Attentat".
Ja, geht es im Stück von Peter Weiss nicht um das Attentat, das die junge Charlotte Corday am 13. Juli 1793 auf den jakobinischen Führer der Revolution, Marat, verübt hat? Und hat sie sich nicht kurz vor dem Anschlag "ein Küchenmesse" gekauft, wie die Frau des Jahres 1990? Die assoziationswütigen Österreicher Helnwein und Kresnik haben schon für ihren "Macbeth" (Heidelberg, 1988) den machtbesessenen Politiker Shakespeares in einer Badewanne sterben lassen - und dafür mit dem Presse-Photo des toten Uwe Barschel im Genfer Hotel auf dem Plakat geworden.
Woran denken Helnwein/Kresnik, nach dem 9. November 1989, wenn sie bei Peter Weiss solche Sätze lesen? "Mit der Ruhlosigkeit der Gedanken / läßt sich keine Mauer durchbrechen. / Wir sind die Erfinder der Revolution / doch wir können noch nicht damit umgehn. / Siehst du den Irsinn dieser Vaterlandsliebe . . . / Ich pfeife auf diese Nation / so wie ich auf alle anderen Nationen pfeife . . . / Ich pfeife auf diese Bewegung von Massen / die im Kreis laufen . . . / Es heißt jetzt / die Arbeiter hätten bald höhere Löhne zu erwarten . . . / weil mit einer gesteigerten Produktion gerechnet wird / und folglich mit größerem Umsatz . . . / Laßt euch nicht täuschen / wenn unsere Revolution erstickt worden ist ' und es euch scheint / euer Wohlstand stände vor der Tür . . . / Unser Land ist in Gefahr . . . / Schieber, die uns abwürdigen wollen / und sich schon um die Verteilung der Beute streiten."
Klingen diese Knittelverse nicht wie aktuelle Kommentare zur Lage der DDR vor der Einigung? Wie in seinem neuen Stück für das Bremer Tanztheater, "Ulrike Meinhof", das in diesem Tagen beim Berliner Theatertreffen zu sehen ist, geht es Kresnik, bei aller Gewalttätigkeit auf der Bühne, weniger um Revolution als um Trauer. Kein Optimist des Fortschritts sitzt am Regiepult, sondern ein Pessimist, der auf all die verpaßten Möglichkeiten schaut.
Da Kresnik ein vulkanisches Temperament ist, vergräbt er sich nicht in elegische Trübsal, sondern inszeniert seinen Schmerz als Nachruf auf die verspielten Chancen eines menschlichen, eines demokratischen Sozialismus in Europa, als Requiem auf die DDR, bis hin zu den aus der schwarzrotgoldenen Fahne mit dem Mord-Messer geschnittenen Symbolen von Hammer und Zirkel, bis hin zu der höhnisch krakeelten DDR-Hymne des Dichters Johannes R. Becher: "Auferstanden aus Ruinen."
Kresnik ist ein Wütender und ein Leidender: Er kann die Toten nicht vergessen, die auf dem Weg in eine besere Welt liegen. Deshalb beginnt die Inszenierung in Stuttgart - nach der Beschwörung der Ulrike Meinhof in Bremen (ZEIT vom 23.2.1990) - mit einer Erinnerung an die Stammheimer Toten vom 18. Oktober 1977: Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe in einem kurzen Film.
Die "Helden" einer neuen Generation in restaurativer Zeit, die Tennis-Stars "Boris" und "Steffi", werden von Familie, Freunden, Managern in einem Nobelhotel abgeholt. Nach Küßchen, Küßchen fährt die Gesellschaft in den Luxus-Limousinen, die in Stuttgart gebaut werden, zum "Frühlingsfest" auf dem Canstatter Wasen. "Boris" pinkelt in einen Gully am Rasenrand, ehe die Party auf dem Friedhof weitergeht. An der Grabplatte der Toten werden drei Kerzen entzündet - und ehe der höhnische Kurzfilm endet, fliegt eine rote Nelke auf das Grab,
Kresnik travestiert den Film, mit dem Claus Peymann 1975, da lebten die drei in Stammheim noch, seine Inszenierung des Revolutions-Stücks von Albert Camus "Die Gerechten", beendet hat: Eine Straßenbahn fuhr zu Mozert-Musik aus dem Talkessel hinauf zur Festung mit dem Hochsicherheitstrakt. Damals ein Skandal, heute ein brutaler Witz. Immerhin haben wir die jugendlichen Hauptdarsteller kennengelernt, die ihren Vorbildern mit dem Tennis-Schläger erstaunlich ähneln: Yvonne Devrient als Charlotte Corday, die Marat nicht mit dem Dolch umbringt, den sie neben dem Blumenstrauß hält, sondern zwischen bloßen Schenkeln in einem mörderischen Liebesakt; Ben Becker als erotomaner Duperret, der vom Revoluzzertum genug hat und Pfeile mit schwarzen Wimpeln in die schräge Bühnenwand schießt.
Schräg ist alles an Helnweins Bühne: ein gekipptes, ein irres Haus, ein schiefes Irrenhaus als Raum unseres Lebens. Die Bühne ist, von rechts nach links, im Winkel von 26 Grad geneigt. Aud dieser Rutschbahn, die von Krankenpflegern gewässert wird, wenn sie mit Feuerschläuchen die erhitzten Kranken kühlen, findet Leben statt: Man robbt nach oben, schlittert nach untern. Auch die beiden klinikweißen Wände dieses Saales stehen nicht im rechten Winkel. Sie knicken weg mit ihren je drei blinden Fenstern übereinander.
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Stuttgarter Zeitung, 05. May 1990
GIGANTEN - DISPUT IM IRRENHAUS
Premiere im Stuttgarter Schauspielhaus
Maria Ossowski
Der als Fotorealist bekanntgewordene Wiener Künstler Gottfried Helnwein schuf das Bühnenbild zu Kresniks Inszenierung. "Meine Bildideen scheitern oft and der Zweidimensionalität, fürs Theater kann ich vom Make-up übers Bühnenbild bis zum Plakat alles entwerfen, das kommt meinen künstlerischen Vorstellungen am nächsten." Seine Ideen schufen den Akteuren anfangs grosse Probleme. Er entwarf als Bühne eine Schräge, im 60-Grad-Winkel, für die man die Schauspieler eigentlich hätte anseilen müssen, und flachte sie dann auf 26 Grad ab. " Aber die Schauspieler sind immer noch ziemlich ausser Atem."
Ein Theater im Theaterdrama, radikal, extrem und blutrünstig, hat heute abend im Kleinen Haus Premiere. Ort der Handlung: ein Irrenhaus. Titel des Stücks: Die Verfolgung und Ermordung Jean-Paul Marats, dergestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade. Inhalt des Dramas: Der Marquis de Sade, selbt Insasse der Anstalt, inszeniert mit den Geisteskranken das Leben und den Tod des Revolutionsführers.
Johann Kresnik, der in Bremen lebende Regisseur und Choreograph, hat den Text von Peter Weiss auf zwei Stunden verkürzt und aktualisiert: "Nach den Geschehnissen vom 9. November bot sich das Stück einfach an, schließlich handelt es von der Manipulierbarkeit des Volkes."
Der als Fotorealist bekanntgewordene Wiener Künstler Gottfried Helnwein schuf das Bühnenbild zu Kresniks Inszenierung. "Meine Bildideen scheitern oft an der Zweidimensionalität, fürs Theater kann ich von Plakat übers Bühnenbild bis zum Make-up alles selbst entwerfen, das kommt meinen künstlerischen Vorstellungen am nächsten." Seine Ideen schufen den Akteuren anfangs große Probleme. Er entwarf als Bühne eine Schräge, im 60-Grad-Winkel, für die man die Schauspieler eigentlich hätte anseilen müssen, und flachte sie dann auf 26 Grad ab. "Aber die Schauspieler sind immer noch ziemlich außer Atem."
Zehn Wochen intensive Probezeit liegen hinter dem Ensemble, die Hauptrollen spielen Claus Boysen (Marquies de Sade) und Peter Rühring (Jean-Paul Marat). Kresnik konzentriert seine Inszenierung auf den Disput der Giganten, die Auseinandersetzung zwischen dem für seine extremen Gelüste bekannten de Sade und dem im modernen Sinne sozialistischen Marat.
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Walt Disney's Micky Maus, 23. November 1989
DIE PANZERKNACKER
Ehapa Verlag, Stuttgart
Ein schlapper Fall
"Die neue Ausstellung von Gottfried Helnwein soll ja phaenomenal sein,
die Kritiker ueberschlagen sich fast."
"Hab' davon gehört ! Werd' ich mir bei Gelegenheit ansehen müssen.
Ist ja Pflicht!"
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Frankfurter Allgemeine, 16. November 1989
ZEICHENOPFER
Gottfried Helnwein in Essen.
Roland Gross
Durch die Ausstellung im Essener Museum Folkwang mit über fünfzig Pastellen, Aquarellen, und Zeichnungen, die zusammen eine konzentrierte Werksübersicht seit 1969 ergeben, führt jener, blutrote, nicht zuletzt austriatypische Faden.
Seine Kinder waren immer verletzt, mißraten, dannoch voll trotziger Phantasie. Anfang der siebziger Jahre fertigte der 1948 in Wien geborene Gottfried Helnwein die lieben Kleinen in einer porentief detailbesessenen Mischtechnik aus Farbstift, und Aquarell: Rosa Puffärmel, aus denen bandagierte Hände zum Vorschein kommen, Pupillen, die ebenso puttenhaft kullern wie gespenstisch verdreht sind. Oft war die Lippenpartie eingeschnitten, narbig vernäht und lege einen